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Full text: Jahresbericht 1953

Meereskunde und Erdmagnetismus 
- Seite 21 
IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS 
1. Allgemeines 
Außer den laufenden ozeanographischen Arbeiten auf See wurden im ver 
gangenen Jahr drei Forschungsfährten durchgeführt. Im März untersuchte das 
Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauss" den hydrographischen Aufbau und 
die Bewegung der Wassermassen in der Deutschen Bucht und in der südwestli 
chen Nordsee. Es wurden 15-tägige Schaufelradstrommessungen, Ankerstationen 
mit Beobachtungen der Temperatur und des Salzgehaltes sowie der Trübung und 
der chemischen Bestandteile des Meerwassers vorgenommen; außerdem wurde mee 
resbiologisch gearbeitet. Die Untersuchungen sollten nicht nur einen Über 
blick über die Verteilung der pelagischen Fischbrut geben, sondern auch zur 
Klärung der Ausbreitung, der Verteilung und Vermischung der Wassermassen 
beitragen. An den Fahrten nahmen Fachkollegen vom Max Planck-Institut für 
Meeresbiologie, Wilhelmshaven, und dem Institut für Meereskunde der Univer 
sität Kiel teil. 
Während der zweiten "Gauss"-Fahrt im August 1953 wurde sowohl die re 
gionale Ausdehnung der durch sommerliche Erwärmung bedingten Sprungschicht 
auf zwei Profilen in der mittleren und nördlichen Nordsee bis in das Ska 
gerrak, Kattegat und in die Beltsee hinein, als auch die Struktur derselben 
an einer Ankerstation ermittelt. Auf den Profilen wurden der hydrographische 
Aufbau, die Trübung und die chemische Zusammensetzung des Meerwassers unter 
sucht und laufend Echolotungen durchgeführt. Auf der Ankerstation wurden 
außerdem Strommessungen vom verankerten Schiff aus und mit Hilfe der Schau 
felradstrommesser vorgenommen. Gleichzeitig wurden Planktonproben entnom 
men und Grundproben gesammelt. An dieser Fahrt nahmen wiederum Wissen 
schaftler des Instituts für Meereskunde, Kiel, und des Instituts für See 
fischerei, Hamburg, teil. Studenten der Universität Hamburg wurden in die 
meereskundlichen Arbeitsmethoden an Bord eingeführt. Auf dieser Reise wur 
de der im Arbeitsgebiet gelegene Hafen Göteborg angelaufen und dem dortigen 
Ozeanographischen Institut Besuche abgestattet, die zu einem engen wissen 
schaftlichen Meinungsaustausch mit den schwedischen Wissenschaftlern führten. 
Im Juli und September 1953 wurden in Zusammenarbeit mit der Prakla - 
Hannover und dem Geophysikalischen Institut der Universität Hamburg seis 
misch-geologische Untersuchungen in der Nord- und Ostsee angestellt. 
Auf der Tagung- des Internationalen Rates für Meeresforschung, Kopen 
hagen, September/Oktober 1953, wurde über die Ergebnisse der Untersuchun 
gen an der Sprungschicht in der Nordsee berichtet. 
Wissenschaftler, der Abteilung arbeiteten mit dem Küstenausschuß zu 
sammen. Auch im abgelaufenen Jahr wurden ozeanographische Geräte Instituten 
und Wissenschaftlern für Arbeiten auf See zur Verfügung gestellt. Aus dem 
In- und Ausland angeforderte Gutachten und Auskünfte wurden bearbeitet. Die
	        
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