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Karbonaten in den Sedimenten dienen diese als
Begleitparameter für Vergleichszwecke und zur
Beurteilung der gewonnenen Daten.
Das BSH beteiligte sich an der HELCOM-
ICES-Ostsee-Sediment-Baseline-Study. Ziel die
ser Studie war, eine verläßliche Basis für künf
tige Trenduntersuchungen an Ostseesedimen
ten zu schaffen. Dieses Ziel wurde In Zusam
menarbeit mit dem Institut für Meereskunde, Hel
sinki, für Schwermetalle erreicht. Die analyti
schen Arbeiten wurden 1995 fristgerecht abge
schlossen.
Die Auswertung der erhaltenen Kernprofile
ist noch nicht beendet. Sie wird erschwert durch
das Auftreten von Schwefelwasserstoff, und da
mit verbundener Fällung von Sulfiden, in den
zentralen Becken der Ostsee. Die höchsten Ge
halte von Cadmium, Quecksilber, Silber, Zink,
Kupfer, Arsen, Blei, Nickel, Kobalt und Eisen
werden in diesen Becken angetroffen. Es bleibt
zu klären, in welchem Ausmaß die auch in ande
ren Teilgebieten der Ostsee beobachteten Metall
anreicherungen im Sediment durch zusätzliche
(anthropogene) Einträge von Metallen in die Ost
see oder durch erhöhte Einträge von abbauba
rem organischen Material in das Sediment und
damit verstärkter Sulfidbildung im Sediment bei
Ausdünnung der oxischen Oberflächenschicht
zu beschreiben sind.
Das Trendmonitoring an Oberfiächensedi-
menten der Deutschen Bucht wurde fortgesetzt.
In der Feinkornfraktion der Sedimente des ehe
maligen Einbringungsgebietes für Abfälle aus
der Titandioxid-Herstellung (Dünnsäure) konnte
Überwachung
ein weiterer Rückgang der Konzentration des
Quecksilbers beobachtet (Abb. 6) werden. Im
ehemaligen Einbringungsgebiet für Klärschlamm
fluktuiert das Quecksilber nun um 0,6 pg/g,
während in den späten siebziger und frühen
achtziger Jahren Werte um 0,9 pg/g gemessen
wurden. Im allgemeinen kann für die Deutsche
Bucht festgestellt werden, daß für einzelne
Schwermetalle ein abnehmender (z. B. Queck
silber, Kupfer) bzw. gleichbleibender Trend (z.B.
Blei, Cadmium) zu beobachten ist.
Überwachung auf organische Schadstoffe
Für die Routineüberwachung auf organi
sche Schadstoffe wurden in der westlichen Ost
see und der Deutschen Bucht Proben zur Unter
suchung entnommen. Auf diese Weise wurden
die dort begonnenen Zeitreihen fortgeführt und
ein aktuelles Bild der Verteilung der organischen
Schadstoffe in diesen Seegebieten gewonnen.
Im Juni/Juli wurde der Ausstrom von
Schadstoffen aus der Nordsee in die arktischen
Meere und dort ihre weiträumige Verteilung un
tersucht.
Zur Untersuchung der chronischen Bela
stung des Meerwassers durch gelöste, disper
gierte oder an Schwebstoffen adsorbierte organi
sche Schadstoffe wurden die folgenden
Methoden verwendet: Die Bestimmung der „Ge
samtkohlenwasserstoff-Konzentration“ (THC,
relative Werte, bezogen auf Ekofisk-Rohöl) er
folgte nach der Fluoreszenzmethode (IGOSS-
Verfahren) und dient als Screeningverfahren.