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Volltext: Jahresbericht 1911

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Jahresbericht der Deutschen Seevvarte für 1911. 
achtungen zu einer Tabelle zusammengestellt regelmäßig an die Wetterdienststellen 
in Berlin, Aachen (als Bahnbriefe) und bis Ende April nach Magdeburg, sowie au 
die meteorologische Station in Bremen gesandt worden, wo sie am folgenden 
Morgen zugestellt wurden. 
y. Telegramme an das Ausland. 
Das im vorigen Jahresberichte erwähnte Telegramm an die Handelskammer 
in Bergen mit den Morgenbeobachtungen von Magdeburg und Bromberg in je 
2 Gruppen ist in diesem Jahre bis Mitte November erbeten worden. 
Entsprechend der Einführung der Barometertendenz an Stelle der relativen 
Feuchtigkeit oder der Temperatur des feuchten Thermometers sind in den von 
Hamburg an das Ausland abgegebenen Sammeltelegrammen Änderungen einge 
treten, wobei die Barometertendenz teils dem internationalen Verkehr entsprechend 
mit drei Ziffern oder aber bei nur zwei Morgengruppen wie in den Abonnement- 
Telegrammen mit nur einer Ziffer eingesetzt wird und in diesem Falle Abrundung 
der Temperaturen auf ganze Grade erfolgt. 
Eine besondere Änderung hat am 10. Mai das nach Stockholm gerichtete 
Sammeltelegramm erfahren. Es sind in diesem Telegramm die Stationen Budapest, 
Triest, Belgrad, Florenz mit je 4 Gruppen (2 Abend- und 2 Morgengruppen), sowie 
Lesina mit 2 Morgengruppen hinzugetreten; Frankfurt a. M. ist durch Mülhausen 
ersetzt worden; fortgefallen sind die 3. und 4. Morgengruppe der übrigen Stationen. 
& Wettertelegramme von deutschen Stationen an das Ausland. 
Seit dem 26. November wird in dem morgens von der Ergänzungsstation 
Cuxhaven an das Meteorological Office in London gerichteten Telegramm außer 
der Morgenbeobachtung nicht mehr eine besondere Beobachtung von 6 Uhr N. 
des vorhergehenden Tages, sondern die gewöhnliche Beobachtung von 8 Uhr N. 
übermittelt, so daß jetzt eine volle Übereinstimmung mit dem der Seewarte zu 
gehenden Telegramm besteht. 
3. Versuch mit der funkentelegraphischen Abgabe von täglichen Wetter 
berichten und Sturmwarnungen über Nordsee und Ostsee. 
Dieser in dem vorjährigen Bericht eingehend dargelegte Versuch ist während 
des ganzen Jahres durchgeführt worden: täglich sind telegraphische Berichte über 
die Wetterlage mit einer angefügten Vorhersage der zu erwartenden Winde, sowie 
im Falle einer Gefahr Sturmwarnungen über der Nordsee und der Ostsee über 
Norddeich oder im Falle einer für die Ostsee allein erblickten Sturmgefahr über 
Bülk durch Funkspruch verbreitet worden; der Versuch dauert auch noch über das 
Berichtsjahr hinaus fort. Erfahrungen über den Nutzen dieser funkentelegraphischen 
Verbreitung von Wetternachrichten liegen nicht vor, doch möge erwähnt werden, 
daß zurzeit auch England, Frankreich und die Vereinigten Staaten von Nord 
amerika sich in ähnlicher Weise der Funkentelegraphie zur Förderung der Schiff 
fahrt und Fischerei bedienen.
	        
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