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am Meßort ausbleiben, zu dem beschriebenen Gang der Schwebstoffkonzentration. Niedrigste
Konzentrationen treten danach um Tidehochwasser herum auf, wenn schwebstoffarmes
"Nordseewasser'' den Meßpunkt erreicht, und höchste Gehalte dann, wenn um
Tideniedrigwasser herum gegen Ende der Ebbe das letzte, reich mit Schwebstoffen beladene
Wasser von den hohen Wattflächen abfließt bzw. zu Beginn der Flut erneut am Meßpunkt
vorbei in Richtung Buchtinneres strömt.
Diese Entwicklung der Schwebstoffiihrung kann zudem Überprägungen dadurch erfahren,
daß z.B. die Konzentrationen zu Beginn oder zum Ende einer Tide unterschiedlich hoch
ausfallen (Flutmaximum meist höher als Folge des schnellen
Strömungsgeschwindigkeitsanstiegs bei Flut), oder auch dadurch, daß das Ebbemaximum
bereits einige Stunden vor Tideniedrigwasser eintritt (z.B. dritte gestrichelte Linie, 10 Uhr in
Abb.41). Im Fall der hier diskutierten Messung tritt der letzte Fall deutlich am 24.03. und am
30.03.1996 auf. Erklärungen hierfür können derzeit nicht gegeben werden. Einflüsse des
Windes können allerdings mit gewisser Berechtigung ausgeschlossen werden, da am 24.03.
diese Situation bei schwachem, umlaufenden Wind und am 30.03.1996 bei mittlerem Wind
aus NW auftrat (Abb.42).
Übergreifend betrachtet üben aber der Wind bzw. die dadurch in Gang gebrachten Wellen
und Strömungen sowie das Zusammenspiel zwischen Wind und Wasserstand einen Einfluß
auf die Schwebstofführung des Wattenwassers an Station 3.6 aus. Ein Vergleich der
Transmissionswerte (Abb.41) mit den Wind- und Pegeldaten (Abb.42) zeigt, daß während der
ersten Meßtage (21. - 25.03.1996) bei nachlassenden zuletzt wieder leicht zunehmenden
Winden aus östlicher Richtung eine Abnahme der mittleren Schwebstoffgehalte erfolgt. An
der Wende vom 25. zum 26.03. dreht der Wind auf nordwestliche Richtung. Dies hat
zunächst keine nennenswerten Auswirkungen auf den Gehalt an transportierten Feststoffen.
Erst als es bei westlicheren Winden und höheren Windgeschwindigkeiten zu einer
Stauwassersituation kommt, zeigen sich Auswirkungen im Gang der Trübungskurve. Dies gilt
besonders für den 27. und 28. 3.. Hier ist die Variabilität der Transmissionswerte
vergleichsweise gering, wodurch der typische Tidegang nur sehr schwach ausgebildet ist. Die
zeitlich zugehörigen hohen Wasserstände können als ein Indiz dafür gelten, daß
schwebstoffärmeres Wasser der äußeren Seegatten oder der Nordsee weiter als gewöhnlich in
die inneren Teile des Wattes vorgedrungen ist, wodurch das Transportgeschehen am Meßort
durch die Bewegungen dieser homogeneren Wassermassen geprägt wird.
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Abb.42 Wind im März 1996 am Meßpfahl Westerland
Wasserstand im März 1996 Pegel
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Weiterhin zeigen die Meßergebnisse trotz erhöhter Windgeschwindigkeiten und damit
verbundenem höheren Seegang keinen Anstieg der mittleren Schwebstoffkonzentrationen.