570 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1942,
es schien am sichersten, zur Darstellung der Oberflächenverhältnisse nur die
Beobachtungen der Monate Juli, August und September ohne jede Reduktion zu-
sammenzufassen und von der Verwertung der Beobachtungen in den übrigen
Monaten zunächst ganz abzusehen. In der Umgebung des Temperaturmaximums
im August wird man mit verhältnismäßig geringen Schwankungen rechnen
können, und in der Tat sind die jahreszeitlichen Änderungen der Temperatur
in diesen Monaten nicht größer als etwaige Schwankungen in kurzen Zeit-
räumen, wie sie beispielsweise von Tag zu Tag unter veränderten meteorologi-
schen Verhältnissen auftreten können, Für Juli, August und September standen
insgesamt 221 ozeanographische Beobachtungsstationen zur Verfügung, davon
antfallen 159 Stationen auf Juli, 56 auf August und nur 6 im nördlichen Teil
des Schwarzen Meeres auf September, Über die Lage der Beobachtungsstationen
8, Abb. 4.
3. Die dynamischen Werte an den Beobachtungsstationen.
Die Verteilung der von Temperatur, Salzgehalt und Druck abhängigen Dichte
des Meerwassers gibt uns das Massenfeld im Meere, dessen Kenntnis Voraus-
setzung für alle hydrodynamischen Betrachtungen der Ozeanographie ist. Zu-
sammen mit der Verteilung der Schwerkraft, d. h, des Schwerefeldes, ist die Ver-
teilung der inneren Druckkräfte, des inneren Kraftfeldes, gegeben. Die Ermitt-
lung des inneren Kraftfeldes im Meer steht also im Vordergrund jeder dynami-
schen Bearbeitung ozeanographischer Beobachtungen.
Bei der Bestimmung der dynamischen Höhen bzw, Tiefen irgendwelcher
Druckflächen im Meere kommt es darauf an, von einer noch näher zu bestimmenden
Bezugsfläche aufwärts bzw. abwärts aus dem vertikalen Dichteaufbau den Ver-
lauf einzelner isobarer Flächen zu berechnen, Es handelt sich also darum, die
dynamische Topographie einzelner isobarer Flächen im Meer, d. h. die räumliche
Lage der Flächen konstanten Druckes durch Linien gleicher dynamischer Höhe
oder Tiefen (dynamische Isobathen) darzustellen.
Bedeutet @ das spezifische Volumen der Wassersäule und p den Druck in
Dezibar, dann ist die dynamische Tiefe in dynamischen Metern D= ap oder,
bei variablem &,
N -
D= fado.
Bei der numerischen Berechnung der dynamischen Tiefen begeht man be-
kanntlich keinen nennenswerten Fehler, wenn statt der Flächen gleichen Druckes
die Flächen gleicher geometrischer Tiefen zugrunde gelegt werden [V. Bjerknes
und J. W. Sandström (2a); s. a. G. Wüst (s?)). Die Rechnung wurde nach den
Tafeln von H. U. Sverdrup (7) ausgeführt, die gegenüber den älteren Tabellen
von Th. Hesselberg und H, U. Sverdrup (s) das numerische Rechenverfahren
wesentlich abkürzen. Die dynamischen Tiefen werden nicht direkt berechnet,
sondern zunächst ihre Anomalien, d. h. die Abweichungen der dynamischen Tiefen
von jenen in einem homogenen Meer von 0° C und 35%.) Salzgehalt?).
Bezeichnet ö die Anomalie des spezifischen Volumens in situ und £& die Ano-
malie der dynamischen Tiefe, dann ist
P P
D= fassondp+ födp= Das 0. +5.
0 0
D wurde auf !/,9 dynamische Zentimeter (dyn. cm) genau berechnet und
später zur praktischen Auswertung und zur Konstruktion der Topogranhien auf
Y,o dyn. cm abgerundet.
Von einer Darstellung der relativen Topographien einzelner isobarer Flächen
kann an dieser Stelle abgesehen werden, Sie beziehen sich auf ein „ideales“
Meeresniveau, von dem man annimmt, daß es mit einer Niveaufläche des Geoids
zusammenfällt, und mit solchen Darstellungen ist uns nur wenig gedient. Erst
die Kenntnis der absoluten Topographie der isobaren Flächen und damit auch
j Für die im Schwarzen Meer vorkommenden Dichtewerte sind die Tabellen von Subaw (26)
erweitert.