Fahrten des FS „Meteor 1
93
(CINECA), das vom International Council for the Exploration of the Sea (ICES) ko
ordiniert wird.
Während des zweiten Fahrtabschnitts wurden die Lebensgemeinschaften und
Lebensbedingungen im Bereich der Großen Meteor-Bank untersucht. Entspre
chende Untersuchungen am Boden der Iberischen Tiefsee wurden im dritten Fahrt
abschnitt (Leitung: Prof. Dr. S. Gerlach, Institut für Meeresforschung, Bremerhaven)
ausgeführt.
Der vierte Fahrtabschnitt (Leitung: Prof. Dr. K. Vollbrecht, DHI) diente geologisch
geophysikalischen Arbeiten am iberischen Schelf und Schelfrand.
Die 20. Fahrt (21. 4.-22. 5. 70 und 28. 5,—30. 7. 70) führte in das Seegebiet
über dem Island-Färöer-Rücken. Während des ersten Abschnitts leitete Prof. Dr.
H. Waiden, DHI, umfangreiche physikalisch-ozeanographische Untersuchungen am
Südostrand des isländischen Schelfs (vgl. Abschn. B. „Meereskunde“). Im zweiten
Fahrtabschnitt wurden im Bereich des Island-Färöer-Rückens mehr als 21 000 sm 2
topographisch, magnetisch und gravimetrisch vermessen und damit die auf der
14. Fahrt*) begonnene Arbeit abgeschlossen. Fahrtleiter war Prof. Dr. O. Meyer,
DHI, die topographischen Vermessungen dieses auch für die Fischerei interessan
ten Gebietes leitete D. Pijarowski, Kapitän und Vermessungsgruppenleiter des
VWS „Atair“. Geologische, seismische und chemische Untersuchungen in diesem
Seegebiet leitete während des dritten Fahrtabschnitts Prof. Dr. K. Vollbrecht, DHI.
Bei der Rückkehr des Schiffes nach Hamburg am 30. Juli 1970 überreichte der
Präsident des DHI dem Kapitän Ernst-Walter Lemke das Verdienstkreuz Erster
Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik, das ihm vom Bundespräsidenten
in Anerkennung seiner Verdienste für die deutsche Meeresforschung verliehen
wurde.
Während der Fahrt Nr. 21 (8. 9.—4.11.70) wurden auf 23 Stationen zwischen
Hamburg und Monaco Wasserproben aus verschiedenen Tiefen zur radiologischen
Untersuchung entnommen, insbesondere im Testversenkungsgebiet der Europäi
schen Kernenergiebehörde (ENEA) über der Iberischen Tiefsee-Ebene. Umfang
reiche hydrographische Arbeiten ergänzten die radiologischen Messungen. Fahrt
leiter war Dr. H.-F. Eicke, DHI. Im Mittelmeer (Fahrtleitung Prof. Dr. H. Weidemann,
DHI) untersuchte man vorwiegend die Ausbreitung von Schmutzstoffen durch Diffu
sions- bzw. Vermischungsvorgänge (vgl. Abschn. B. „Meereskunde“); diese Arbeiten
waren ein Beitrag zu den Bemühungen der Internationalen Kommission zur wissen
schaftlichen Erforschung des Mittelmeeres (CIESM).
Auf dieser Fahrt konnte erstmals die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
finanzierte Satelliten-Navigationsanlage (Magnavox 706—CA) erprobt werden.
Auf der Fahrt Nr. 22 (12.1,—1.4. 71) wurden die 1969 begonnenen Untersu
chungen**) des Mittelmeeruntergrundes fortgesetzt. Hauptaufgaben waren geolo
gisch-morphologische Arbeiten im Ionischen Meer, geochemische Arbeiten im
Bereich der Äolischen Inseln und refraktions- und reflexionsseismische Untersu
chungen eines nördlichen Teilbereichs der afrikanischen Platte.
Die Arbeiten koordinierte Prof. Dr. H. Closs, Bundesanstalt für Bodenforschung
(BfB), Hannover; weitere Fahrtleiter waren Dr. K. Hinz, BfB, und Prof. Dr. A. Mau-
cher, Institut für Allgemeine und Angewandte Geologie und Mineralogie der Uni
versität München. Außerdem beteiligten sich zahlreiche andere deutsche Institute
sowie italienische und griechische Institutionen an dem Expeditionsprogramm.
*) Vgl. 23. Jahresbericht 1968, S. 102.
**) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 81.