3 DIE HYDROGRAPHISCHEN MESSUNGEN
3.1 Meßbedingungen, Parameter, Geräte
Der Fjord wurde wesentlich eisreicher angetroffen als nach den vorliegenden Luftaufnahmen aus
vorangegangenen Jahren erwartet wurde. Diese Tatsache zwang zu einer teilweisen Änderung des
wissenschaftlichen Programms, insbesondere soweit es auf dem Einsatz auslegbarer Geräte beruhte, und
stellte die Schiffsführung oft vor schwierige Aufgaben. Besonders bei dem sehr unvermittelt auftretenden
Gletscherwind, der Stärke 7 erreichte, machte das Auslegen und die Aufnahme der Geräte Schwierigkei-
ten, da gleichzeitig auf die auslaufende Grundleine, auf die Wassertiefe, sowie auf die in der Nähe
treibenden Eisberge und Eisbergstücke geachtet werden mußte. Die dabei notwendigen Manöver mit einem
Einschraubenschiff wie V.F.S. "Gauss" (Fig.6) auszuführen, erforderte außerordentliches seemännisches Ge-
schick. Es ist dem Kapitän und der Besatzung zu danken, wenn trotz dieser Schwierigkeiten nahezu alle
Wünsche der Wissenschaftler erfüllt werden konnten, ohne daß dabei größere Verluste an Geräten auftraten
(JOSEPH, 1959). Im Meßzeitraum wurden folgende Untersuchungen und Beobachtungen durchgeführt:
a) Bodentopographie und Morphologie
b) Wasserstandsschwankungen, insbesondere Gezeiten
c) Strömungen, insbesondere Öberflächenströmungen
d) Salzgehalts- und Temperaturverteilung
e) Trübungsverteilung
f) Wetter- und Seegangsbeobachtungen
g) Eisausstoß der Gletscher und Eis-Altersbestimmungen
h) Sauerstoffverteilung und pH-Werte
i) Bodensedimente
Fig, 9
Hochseepegel bei der Auslegung
High sea tide gauge during installation