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7 EREIGNISSE
Ein besonders ungewöhnliches Ereignis war ein Orkan, der im
November 88 in der nördlichen Nordsee mit Windgeschwindigkeiten
bis zu 150 km/h aus reiner Südrichtung wehte. Dieser Orkan, der
Wellenhöhen bis zu 17 Metern erzeugte, soll hier als Beispiel für
die Entwicklung und den Verlauf des Seegangs dargestellt werden.
Eine Wavec-Boje war bei der Ölplattform Statfjord Alpha verankert.
Die Meßwerte wurden an Bord des Forschungsschiffes "GAUSS"
aufgezeichnet.
Abbildungen A bis C zeigen die Zeitreihen der signifikanten
Wellenhöhe, der Richtung und der Peakfrequenz des Seegangs.
In der Nacht vom 7. auf den 8. November wechselt -mit einem
Zwischensprung- die Richtung des Energiemaximums von Nord auf Süd
(Abb.B). Zu diesem Zeitpunkt erreicht der Sturm die Meßstation.
Während vorher die Energie der dem Sturm vorauseilenden Dünung
stärker war als die der Windsee (Abb.D), geht das Energiemaximum
zunächst auf die Windsee und damit auf eine höhere Frequenz über
(Abb.E,F). Im weiteren Verlauf nimmt die Frequenz der Windsee ab
und nähert sich der Dünungsfrequenz (Abb.G), bis die Dünung von
der Windsee vollständig absorbiert worden ist.
Zur Zeit des Orkanhöhepunktes am 9. November vormittags, das
Schiff mußte sich aus dem Empfangsbereich der Meßboje begeben,
konnten die Meßdaten nicht aufgezeiehnet werden.