63
6 BEMERKUNGEN
Große Datenlücken unterbrechen die Zeitreihe der Station Hörnum am
Anfang des Jahres 88 bis Anfang März. Die Boje dieser Station
wurde vermutlich von Fischern weggerissen und tauchte nicht wieder
auf. Aufgrund kalter Witterung wurde die Boje erst Anfang März
ersetzt.
Von Ende Oktober bis Anfang Dezember wurde die Empfangsanlage der
Station Hörnum an anderer Stelle gebraucht. Es entstand eine
6-wöchige Lücke.
An der Forschungsplattform gab es eine wesentliche Unterbrechung
im Juni/Juli, als die WAVEC-Boje defekt war und erst nach 3 Wochen
durch eine WAVE-RIDER-Boje ersetzt werden konnte. Dieser Ersatz
bedingt gleichzeitig auch die mehrmonatige Lücke in der Richtungs
zeitreihe .
Auffälligster Unterschied zwischen der "Seestation" FORSCHUNGS-
PLATTFORM und der "Küstenstation" HÖRNUM ist die grundsätzlich
größere mittlere Wellenhöhe an der Plattform.
Aufgrund des langen Anlaufweges (fetch) bei überwiegend westlichen
bis nördlichen Winden kann sich an der Forschungsplattform der
Seegang nach einer gewissen Zeit voll entwickeln. Laufen die
Wellen weiter auf die Küste zu, so spüren sie bei abnehmender
Wassertiefe zunehmend den Meeresboden. Die Phasengeschwindigkeit
der Wellen wird geringer, die Wellen werden kürzer und steiler,
bis sie brechen. Energiedissipation durch Bodenreibung und
Brechen bewirken die Abnahme der signifikanten Wellenhöhe. Läuft
die Welle dagegen bei Ostwind in die entgegengesetzte Richtung, so
muß sich der Seegang von der Küste zum offenen Meer erst aufbauen.
Wieder ist der Seegang an der Forschungsplattform dann stärker
entwickelt als an der Küste.