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Full text: 65: Beobachtungen auf den deutschen Meßstationen der Nord- und Ostsee im Jahre 1988 sowie Monatsmittelwerte von Temperatur und Salzgehalt des Jahres 1988

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B. Ostsee 
Automatische Stationen 
Am Leuchtturm "Kiel" werden seit November 1969 automatisch die 
Wassertemperatur in verschiedenen Tiefenstufen und der Salzgehalt bzw. 
die Leitfähigkeit in 8 m und 13 m gemessen und in das DHI übertragen. 
Die Temperaturwerte aus Om, lm, 2 m, 4m, 8 m und 13 m sowie die 
Salzgehaltswerte aus 8 m und 13 m Tiefe sind auf den Seiten 36 bis 47 
als Tagesmittelwerte ausgedruckt und auf den Seiten 48 bis 55 
graphisch dargestellt. Die Datengenauigkeit der 1-m-, 2-m-, 4-m- und 
8-m-Niveaus wurde durch regelmäßige Vergleichsmessungen überprüft. Der 
zu erwartende absolute Fehler liegt für die Temperatur bei 0,1 K und 
für den Salzgehalt bei 0,1. Eine Fehlerangabe für die Messungen des 
13-m- Niveaus ist nicht möglich. 
Im Gegensatz zu den graphischen Darstellungen der Oberflächentempe 
raturmessung auf den Feuerschiffen zeigen einige Meßniveaus der 
quasi-kontinuierlichen Registrierungen der automatischen Stationen 
erhebliche Streuungen bzw. einzelne deutlich herausragende Signale. 
Beide Erscheinungen sind auf den Einfluß meteorologischer Vorgänge auf 
die Temperaturschichtung im Meer bzw. meteorologisch angeregter 
Advektion zurückzuführen. Lücken in der Datenregistrierung sind durch 
technische Defekte der Meßanlagen, Bewuchs der Leitfähigkeitszellen 
oder Störungen bei der Satellitenübertragung bedingt. 
Die Großtonne "Fehmarnbelt" ist seit 1984 mit einer automatischen 
Meßeinrichtung ausgerüstet. Die 1986 durch Eisgang zerstörte Meßkette 
wurde im Frühjahr 1987 ersetzt. Die 1988 registrierten Messungen der 
Wassertemperatur in 1 m, 6 m, 10 m, 15 m und 20 m und des Salzgehaltes 
in 6 m und 20 m Tiefe sind auf den Seiten 56 bis 67 als Tagesmittel 
werte ausgedruckt und auf den Seiten 68 bis 74 als stündliche Werte 
graphisch dargestellt. Aufgrund der aufgetretenen technischen 
Störungen, insbesondere bei den Leitsfähigkeitszellen, muß die Daten 
qualität geringer bewertet werden als die der Station Leuchtturm 
"Kiel" . 
Der milde Winter 1988 führte nur zu einer relativ langsamen Abkühlung 
der Wassersäule, wobei die vorhandene winterliche Homothermie im 
wesentlichen während der ganzen Zeit erhalten blieb. Mit Beginn der 
Frühjahrserwärmung setzte Ende März die thermische Schichtenbildung 
ein. Winderzeugte Turbulenz und seitliche Wasserzufuhr (Advektion) 
führten dabei nur während der Erwärmungsphase zu kurzzeitigen 
Zusammenbrüchen der Schichtung, die auch während des Sommers von den 
gelegentlich passierenden Starkwindfeldern nicht nachhaltig gestört 
werden konnte. Erst der ab September einsetzende länger andauernde 
Windeinfluß, verbunden mit der jahreszeitlichen Abkühlung und der 
einsetzenden thermischen Vertikalkonvektion, führte zum Abbau der 
thermischen Schichtung bis zur völligen Auflösung Ende September. Der 
weitere kontinuierliche Abkühlungsprozeß der gesamten Wassersäule 
wurde bereits Anfang Dezember 1988 durch langanhaltende, kontinuier 
liche Zufuhr wolkenreicher milder atlantischer Luftmassen beendet und 
damit die Tiefsttemperaturen des Winters 1988/89 schon frühzeitig 
erreicht. 
Im Gegensatz zu den Registrierungen der Temperatur repräsentieren die 
Schwankungen im Salzgehalt im wesentlichen horizontale Verlagerungen
	        
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