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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
häufigeres Wenden nicht klaren konnte, war der „General Brialmont“ doch 
schliefslich der Gewinnende. Am Mittage des 23. Juli befand sich das letztere 
Schiff in 12,8° S-Br und 27,8° W-Lg, während gleichzeitig „J. H. Ramien“ noch 
in 10,7° S-Br und 35° W-Lg stand. 
In der zweiten Hälfte des Juni traten „Malinche“, „Parsifal“, „Louise & 
Georgine“, „Auguste“ und „Valparaiso“ ihre Reise zur Linie an. Auch für 
diese Schiffe war das im östlichen Theile des Atlantic sich in NO-—SWlicher 
Richtung erstreckende Gebiet hohen Luftdrucks, mit den an seiner östlichen 
Seite wehenden nördlichen und östlichen Winden noch von günstigem Einflusse. 
Der zum Theil durch Drehung des Windes nach rechts, ohne vorhergehende 
Mallung, entstehende ziemlich frische und beständige Passat stellte sich deshalb 
bei den drei ersten Schiffen der Gruppe schon in geringer Entfernung von 
40° N-Br ein. Alle diese Schiffe trafen, der vorgerückten Jahreszeit entsprechend, 
auch den zeitweise frisch wehenden, später direkt in den SE-Passat über- 
gehenden SW-Monsun an. Die Ost von den Kap Verde-Inseln nach Süden 
steuernden Schiffe „Malinche“ und „Auguste“ beobachteten dort auch recht 
günstige Winde, und wenn sie erkennbarer Weise durch das Einhalten dieser 
Route auch nicht gewannen, so wurden sie dadurch sicher auch nicht benach- 
theiligt. Alle diese Schiffe waren im Südatlantic im Stande, sich, ohne wenden 
zu müssen, fern von dortiger Küste zu halten. 
Für „TZaikun“, „Amor“, „Phönizia“ und „Adolph“, den vier in der ersten 
Hälfte des Juli von Lizard abgehenden Schiffen, war das während dieser Zeit 
westlich von England liegende Depressionsgebiet, welches südliche und west- 
liche, zeitweise stürmisch auftretende Winde vor der Kanalmündung hervorrief, 
ungünstig. Als nach dem 16. Juli die Depression sich weiter nach NO bewegt 
hatte und sich im östlichen und mittleren Theile des Atlantic jenes sich von 
NO nach SW erstreckende Maximum- Gebiet gebildet hatte, wurden die Wind- 
verhältnisse für die in Frage stehenden Schiffe recht günstig. Am 17, Juli 
veränderte sich bei den Schiffen der rechtsdrehende Wind durch N nach NO 
und gewährte, indem er als Passat kräftig und beständig wehte, eine recht 
günstige Gelegenheit zur Förderung der Reisen. Am Mittage des 20, Juli 
befand sich „Taikun“ in 32,8 N-Br und 20° W-Lg, „Amor“ in 38,4° N-Br und 
16,5° W-Lg, „Phönizia“ in 39,2° N-Br und 15,8° W-Lg und „Adolph“ in 
39,2° N-Br und 15,4° W-Lg. Das erstere Schiff schlug von dort aus einen Ost 
von der Kap Verde-Gruppe führenden Kurs ein, während die anderen drei 
Schiffe sich westlich von jenen Inseln hielten. Diese gewannen auf ihrer Route 
bedeutend gegen den Mitsegler. Am 5. August Mittags war der Schiffsort von 
„Taikun“ in 8,4° N-Br und 16° W-Lg, der von „Amor“ in 10° N-Br und 
25,2° W-Lg, der von „Phönizia“ in 9,6° N-Br und 24° W-Lg und derjenige 
des „Adolph“ in 9,6° N-Br und 24° W-Lg. Bei allen Schiffen wehte damals 
schon der frische SW-Monsun, von welchem „Taikun“ bis zum 8. August bis 
nach 6° N-Br in 11,2° W-Lg, also bis in geringe Entfernung von der afrika- 
nischen Küste geführt wurde, „Phönizia“ und „Adolph“ müssen sich am 
5. August, wie auch an anderen Tagen der Reise, in unmittelbarer Nähe von 
einander befunden haben. Am 14. August überschritten „Taikun“ in 19° W-Lg, 
nach 43tägiger Reise, und „Adolph“ in 21° W-Lg, nach 33tägiger Fahrt vom 
Kanale her, den Aequator. „Amor“ ging am 16. August in 23° W-Lg und 
„Phönizia“ in 22° W-Lg am 15. August von nördlicher in südliche Breite über. 
„Amor“ hatte Lizard 38 Tage, „Phönizia“* 35 Tage vorher verlassen. 
Noch eine andere Gruppe von Schiffen, aus „Pallas“, „Milly“, „Maria 
Rickmers“, „Shakespeare“, „Henriette Behn“, „Triton“ und „Amanda & Elisabeth“ 
bestehend, trat in der letzten Hälfte des Juli und Anfangs August von Lizard 
aus ihren Weg zur Linie an. Dieselbe wurde auf dem nördlich von 30° N-Br 
liegenden Theil der Reise durch dort herrschende Winde weniger begünstigt, 
als es die kurz vorher besprochenen Schiffe gewesen waren. Sie fanden nörd- 
lich von 30° N-Br zwar auch schon östliche Winde, doch gingen dieselben nicht 
unmittelbar in den Passat über; es wurde vielmehr die polare Grenze dieses 
Gebietes erst nach mehrfach beobachteter Mallung und Windstille in etwa 
31° N-Br erreicht. Als „Pallas“, das mit 29 Tagen in kürzester Zeit den Weg 
zum Aequator zurücklegende Schiff, gleich aufserhalb des Kanals ungünstige 
Winde antraf, hielt der Führer in der Erwartung in der Nähe der portu-
	        
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