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Volltext: 64: Beobachtungen auf den deutschen Meßstationen der Nord- und Ostsee im Jahre 1987 sowie Monatsmittelwerte von Temperatur und Salzgehalt des Jahres 1987

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B. Ostsee 
Automatische Stationen 
Am Leuchtturm "Kiel" werden seit November 1969 automatisch die 
Wassertemperatur in verschiedenen Tiefenstufen und der Salzgehalt bzw. 
die Leitfähigkeit in 8 m und 13 m gemessen und in das DHI übertragen. 
Die Temperaturwerte aus Om, 1 m, 2 m, 4 m, 8 m und 13 m sowie die 
Salzgehaltswerte aus 8 m und 13 m Tiefe sind auf den Seiten 63 bis 74 
als Tagesmittelwerte ausgedruckt und auf den Seiten 75 bis 82 
graphisch dargestellt. Die Datengenauigkeit der 1-m-, 2-m-, 4-m- und 
8-m-Niveaus wurde durch regelmäßige Vergleichsmessungen überprüft. Der 
zu erwartende absolute Fehler liegt für die Temperatur unter 0,1 K und 
für den Salzgehalt unter 0,1. Eine Fehlerangabe für die Messungen des 
13-m- Niveaus ist nicht möglich. 
Im Gegensatz zu den graphischen Darstellungen der Oberflächentempe 
raturmessung auf den Feuerschiffen zeigen einige Meßniveaus der 
quasi-kontinuierlichen Registrierungen der automatischen Stationen 
erhebliche Streuungen bzw. einzelne deutlich herausragende Signale. 
Beide Erscheinungen sind auf den Einfluß meteorologischer Vorgänge auf 
die Temperaturschichtung im Meer bzw. meteorologisch angeregte 
Advektion zurückzuführen. 
Die Kälteperiode von Anfang bis Mitte Januar, verbunden mit 
stürmischen Winden aus nördlichen Richtungen, führte zu einer starken 
Abkühlung der gesamten Wassersäule. Die bereits vorhandene winterliche 
Homothermie wurde nur von begrenzten Abkühlungsphasen der oberflächen 
nahen Schichten durch kurzzeitige Kälteeinbrüche unterbrochen (LT 
"Kiel"). Mit Beginn der Frühjahrserwärmung setzte am 6./7. April die 
thermische Schichtenbildung ein. Wegen der nur geringen Wassertiefe 
erreichte der Jahresgang der Temperatur trotz der vorhandenen 
stabilisierenden haiinen Schichtung den Boden. Insbesondere bei LT 
"Kiel" zeigten während des Temperaturanstieges starke Fluktuationen in 
den Registrierungen der 8-m- und 13-m-Niveaus eine deutliche 
Variabilität der Sprungschichttiefe an, verursacht durch winderzeugte 
Turbulenz und seitliche Zufuhr (Advektion). Der weitgehende Zusammen 
bruch der Schichtung durch turbulente Durchmischung der Wassersäule 
bis zum Boden Mitte Juni als Folge eines Weststurmes war nur von 
kurzer Dauer. Der erste kurzzeitige Höhepunkt der Erwärmung wurde 
unter Hochdruckeinfluß Anfang Juli erreicht, gefolgt von nur noch 
kurzeitigen Erwärmungsphasen wegen der kühlen und wolkenreichen 
Witterung und unterbrochen durch windbedingte Deckschichtvertiefung. 
Der bei LT "Kiel" registrierte Kaltwassereinbruch (Auftrieb) Mitte 
Juli war auf den zu dieser Zeit vorherrschenden starken Ostwind 
zurückzuführen. Unter dem Einfluß von Weststürmen sowie der Abkühlung 
mit einsetzender thermischer Vertikalkonvektion erfolgte im September 
der Abbau der thermischen Schichtung bis zur völligen Auflösung Ende 
September. Der weitere kontinuierliche Abkühlungsprozeß der gesamten 
Wassersäule wurde erst Mitte Dezember durch den Einstrom milder 
Meeresluft vorübergehend unterbrochen. 
Im Gegensatz zu den Registrierungen der Temperatur repräsentieren die 
Schwankungen im Salzgehalt im wesentlichen horizontale Verlagerungen 
einzelner Wasserkörper.
	        
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