see zu befriedigenden Ergebnissen. Danach waren die
Proben schon soweit verdünnt und zerfallen, daß die
konzentrierter Form (nach Einengung durch Abdampfen)
konnten.
Nuklide in den
Proben nur {in
gemessen werden
4.2.3. Cäsium-Isotope
Die genaueste Aussage über die Verteilung des Radiovaktivitäts-
eintrages aus dem Fallout ist nur über die radiochemische, nuklid-
spezifische Bestimmung möglich. Als Leitisotope hierfür eigneten
sich ideal die Cäsiumisotope 137 und 134, die in einem Aktivi-
rätsverhältnis von ca. 2 : 1 freigesetzt wurden, Die gammaspek-
troskopischen Untersuchungen der Meerwasserproben zeigten, daß die
Nuklidzusammensetzung des Tschernobyl-Eintrages sich - innerhalb der
Meßgenauigkeit - im Meerwasser nicht durch physikalische oder
chemische Prozesse veränderte. Lediglich der radioaktive Zerfall
bewirkte mit der Zeit eine Verschiebung der Nuklidzusammensetzung
(Abb. 8 bis 13).
Für den Zeitraum bis Mitte des Jahres sollte es daher erlaubt sein,
aus den radiochemischen Ergebnissen der Cäsiumbestimmung auf die
übrigen gammaemittierenden Nuklide schließen zu können.
Die Unterscheidung zwischen dem "Tschernobyl-Eintrag"” und der vorher
bereits in Nord- und Ostsee vorhandenen Kontamination aus Sellafield
und in geringerem Maße aus La Hague ist durch den Anteil des kurzle-
bigeren Cs 134 (Halbwertszeit 754,2 Tage) möglich. Der Aktivitäts-
anteil von Cs 134 am gesamten Radiocäsium war in der Nordsee bisher
aus diesen Quellen in der Größenordnung um 10 % zu finden. In Abb.
17 sind aus den Isolinien des Cäsium-134-Aktivitätsanteils der
"Tschernobyl-Eintrag” in die Nordsee zu identifizieren.
4.2.04 Strontium 930
Als weiteres wichtiges, radiochemisch zu überwachendes Nuklid wurde
in größerem Umfang Strontium 90 bestimmt. Bei der routinemäßig im
Labor angewandten Methode wird Sr 90 über sein Tochterprodukt Y 90
(Halbwertszeit 64,8 Stunden) im radiochemischen Gleichgewicht nach-
gewiesen. Yttrium wird hierbei aus der Wasserprobe extrahiert und
nach weiterer radiochemischer Aufarbeitung letztendlich als Yttrium-
oxid zur ß-Messung gebracht. Die Extraktion der Wasserproben nach
dem Eintrag aus Tschernobyl führte jedoch dazu, daß eine Reihe von
kurzlebigen Nukliden (z.B. Y 91, Ce 141, Ce 144, La 140, Nd 147)
ebenfalls in die organische Phase extrahiert wurden und damit die
Bestimmung von Sr 90 verfälschten. Ein mathematisches Verfahren, bei
dem die Zerfallskurve in ihre Anteile zerlegt wird, führte nicht
immer zu einem befriedigenden Ergebnis der Sr-90-Aktivitätsbestim-
mung, da Sr 90 im Vergleich zu den störenden Isotopen nur zu einem
geringen Aktivitätsanteil vorhanden war. Es mußte daher ein chemi-