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Full text: 61: Stoffausbreitung in der Nordsee : Modellereignisse des Deutschen Hydrographischen Instituts und des instituts für Meereskunde der Universität Hamburg.

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Beides trägt zu einer Konzentrationsabnahme bei. Die Ursache der 
jahreszeitlichen Schwankungen liegt letztlich im Jahresgang des 
Windes über der Nordsee, der die Zirkulation unterschiedlich stark 
antreibt., Dem Jahresgang des Windes sind erhebliche kürzerperio- 
dische Variationen überlagert, die typisch für den Wetterablauf£f über 
Nordeuropa sind. Letztlich reflektieren die berechneten Schwankungen 
der Konzentrationen die natürlichen, wetterbedingten Fluktuationen 
des Systems Nordsee, 
Die in der südlichen Nordsee hohen sommerlichen Konzentrationen 
wandern mit der Zirkulation an der kontinentalen Küste entlang. Vor 
der jütländischen Küste (Abb. 11l1d) treten die Maximalwerte deshalb 
eher im Winter auf. Dies erklärt sich aus der Tatsache, daß die 
Strömungen etwa ein halbes Jahr benötigen, um Substanzen, die in der 
südlichen Nordsee eingebracht werden, bis vor die Küste Jütlands zu 
verfrachten, Da sich dort (in unserem Modell) keine Quelle befindet, 
ist die hier angetroffene Konzentration auf die Quellen an der süd- 
lichen Nordsee zurückzuführen. Diese Aussage gilt für das in Tabelle 
1 genannte Ensemble von Quellen. 
Ein Vergleich der Konzentrationsschwankungen der einzelnen Boxen 
1äßt deutlich werden, daß z.B. Extremwerte nicht gleichzeitig in 
allen Boxen angetroffen werden, Der zeitliche Verlauf und die Struk- 
tur der Schwankungen variieren von Box zu Box. Der Hauptgrund liegt 
jedoch in der regionalen Veränderlichkeit der Prozesse, die die Zir- 
kulation beinflussen. Dies sind in erster Linie der Wind, aber auch 
die Gezeiten und der Massenaufbau des Meeres. 
Konsequenzen aus den Ergebnissen für das Monitoring von 
Schadstoffen 
Aus den Modellergebnissen, insbesondere aus den Koönzentrations- 
schwankungen, müssen Folgerungen für die ÜVberwachung des Meeres 
(Monitoring) gezogen werden. 
Im folgenden wird an einem Beispiel demonstriert, zu welchem 
Monitoring-Ergebnis nicht räumlich bzw. zeitlich _angepaßte 
Überwachungsstrategien führen. 
Es wird angenommen, daß nur einmal im Jahr, mit einem einjährigen 
Abstand, die Boxen 4 und 5 im Bereich der Deutschen Bucht auf ihren 
Schadstoffgehalt untersucht werden (s. Abb. 1lla). Aus den in Abb, 
1lb-d dargestellten relativen Konzentrationsschwankungen lassen sich 
nun die "Ergebnisse" direkt entnehmen. Das hypothetische "Ergebnis" 
hängt nur noch von der Wahl des Monitoring-Zeitpunktes ab. Je nach- 
dem, ob die Deutsche Bucht im Winter oder im Sommer (oder aber zu 
anderen Jahreszeiten) überwacht wird, kommt man zu sehr verschiede- 
nen Resultaten. Die beiden unterschiedlichen Ergebnisse einer jähr- 
lichen Überwachung, mit einer halbjährlichen zeitlichen Versetzung, 
zeigen die Abb. 12a, b. In den Abbildungen sind die relativen Be- 
lastungen bei einer Überwachung im Winter bzw. im Sommer darge- 
stellt. Der Verlauf der Kurven zeigt nicht nur unterschiedliche 
Schwankungen, sondern führt auch zu verschiedenen Mittelwerten.
	        
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