Pettersson, O.: Studien in der Geophysik und der kosmischen Physik, 967
ebenso viele kalte als warme Winter auf die symmetrischen und die asymmetrischen
Apsidjahre fallen).
In der Wirklichkeit fielen 40 kalte Winter auf die asymmetrischen und nur
30 auf die symmetrischen Apsidjahre zwischen 1762 und 1906.
Auf die asymmetrischen Jahre fielen ferner sämtliche Winter, welche
eine Temperaturanomalie tiefer als — 3°.5 hatten, nämlich die Winter
1767, 1789, 1805, 1814, 1838, 1871, 1875, 1893.
Auf die symmetrischen fielen nur 3 Winter, welche eine so niedrige
Temperaturanomalie als — 3° hatten, nämlich 1803, 1804 und 1881.
Im Durchschnitt haben die symmetrischen Apsidjahre eine Temperatur-
anomalie von + 0°,33 und die asymmetrischen eine von — 0°.80. Es zeigt sich
aber eine deutliche Periodizität in diesen Abweichungen vom Mittelwert, welche
in der folgenden kleinen Tabelle zum Vorschein kommt,
Die mittlere Abweichung der Wintertemperatur vom 150jährigen Mittelwert:
Periode a Symmetrische Apsidjahre Asymmetrische Apsidjahre
1761—1797 1 . + 0°.14 — 09.63
L798—1823 +09,36 —1°,53
1823-—1853 ; +0°.4 +0°.38
1853—1889 11 +09,32 T 09.38
1890—1906 + 1°.15 09,6
Der Unterschied war also sehr scharf ausgeprägt in der ersten Periode,
wurde am größten in der Periode 1798 bis 1823, verschwand in der „Periode
1823 bis 1853 und wechselte das Vorzeichen in der Jahresperiode 1853 bis 1898,
um in der letzten Periode wieder hervorzutreten. Die Tabelle zeigt deutlich
an, daß unser Klima einer zyklischen Veränderung unterliegt, welche
parallel der Änderung in den Mondbahnkonstellationen vorgeht. Die
Tradition von den alten kalten Wintern in der Zeit unserer.Vorfahren ist voll-
kommen begründet. Die allerletzten Jahrzehnte von 1889 an zeichnen sich aus
durch besonders mildes Herbstwetter, vor allem ‚durch die hohe Mitteltemperatur
und den Regenreichtum des Monats November. Es gilt dies nicht nur für
Skandinavien, sondern für den Teil von Europa, welcher unter dem Einfluß des
Atlantischen Ozeans steht. In Südamerika (Buenos Aires) ist das Verhältnis ein
entgegengesetztes?). Die Veränderungen in der Lage der Mondbahn und in
der Intensität der Flutkraft des Mondes scheint in erster Hand auf die ozeanische
Zirkulation und (mittelbar) auf die Atmosphäre zu wirken. Die warmen Wasser-
massen, welche vor Europa erscheinen, werden durch kälieres Wasser von den
südatlantischen und den antarktischen Meeren ersetzt. Die klimatischen Nach-
wirkungen. solcher Veränderungen in der ozeanischen Zirkulation sind die
Phänomene, welche man als »Correlations of atmospheric changes«, »barometric
seesaw«, »Concordance et opposition des centres d’action: de Vatmosphere« ete.
kennt. Hildebrandsson hat in einer Reihe von Arbeiten die Aufmerksamkeit
gerichtet auf eine Anzahl von solchen Verhältnissen, wie z. B.. darauf, daß milde
Winter in Europa mit strengen Wintern in Nordamerika, regenreiche und trockne
1) Infolge der gegebenen Definition ist ein Jahr, wie z, B. 1805, worin die a, Knotenapside
im Oktober beinahe parallel der Erdbahnachse fällt (also symmetrisch mit Hinsicht auf die Lage der
Knotenapside), als asymmetrisch zu betrachten mit Hinsicht auf die Lage der Apside 10 Monate früher
im Jahre 1805.0 (Apsidenwinkel = 329°) und das folgende Jahr 1806 als ein symmetrisches Apsidenjahr.
% Correlation of climatie changes by R. C. Mossman, »Symons Meteorological Mag.«, April 1910.
Abweichungen der November-Temperatur vom Normalen 1856 bis 1905,
5jähriger Zeitraum Edinburgh Greenwich Wien
1856—1860 08 19.1 393
‚861—1865 95 09,6 19,1
‚866—1870 707 09.8 „194
1871—1875 AL 09,5 -0°5
1L876—1880 X 10,2 —0°.4
881—1885 3 90 —0°5
1886—1890 79 6 +1°4
‚891—1895 A 24 +19.1
1896—1900 a „>00 +20,5
1901—1905 „095 —0°4
7%