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In TAB(6) sind die wichtigsten Ergebnisse aus den Verankerungen
zusanmengestellt. Die angegebene mittlere Stroamrichtung ist das
vektorielle Mittel über die gesamte Meßdauer, der Mittelwert der
Geschwindigkeit ist das arithmetrische Mittel. Die Extrenmwerte für
Geschwindigkeit, Temperatur und Salzgehalt stellen die Extrem aus
den ungefilterten Zeitreihen dar. Das Temperaturminimum in 2250 m
Tiefe an der Verankerung 612.5 von -1.510 °C geht einher mit einem
plötzlich südwärts setzenden Stram. Trotz der ungewöhnlich niedrigen
Temperatur kann nicht eindeutig auf einen Gerätefehler geschlossen
werden.
In die Karte (Abb. 13) wurden die mittleren Strömungsvektoren
eingezeichnet. An der Position (2) zeigen sie in den obersten 900 m
einen isobathenparallen Ausstrom, Dann dreht der Vektor mit der
Tiefe entgegen dem Uhrzeigersinn bis in 1950 m Tiefe. Von dort bis
zum Boden dreht der Vektor, bedingt durch den Einfluß der Bodenrei-
bung, mit dem Uhrzeigersinn. Die mittlere Geschwindigkeit ist in
2375 m Tiefe noch 8,8 m/s - mit Extremwerten von 20,5 m/s - bei
einer mittleren Wassertemperatur von -1,022 °C,
Stroamabwarts gibt es nur die Aufzeichnung eines Strammessers in
638 m Tiefe. Der Mittelwert für die Richtung ist irreführend. Die
mittlere Richtung von 352,4° zeigt nicht, daß der Strom an dieser
Position bei fast konstanter Geschwindigkeit langsam von Südwest
über West nach Nordost dreht. Offensichtlich ist das Gerät hier von
den Schwankungen der FPolarfront Estlich Jan Mayen erfaßt worden.
Die Geschwindigkeiten auf der Position (1) in dem weiter nördlich
gelegenen Durchlaß für Tiefehwasser aus dem Grönland-Becken zeigen
deutlich geringere Geschwindigkeiten. Die Temperaturen sind ver-
gleichbar mit denen der Position (2). Der größere Teil des Tiefen-
wassers der Grönland-See wird also direkt durch die Jan-Mayen-Bruch-
zone in das Lofoten-Becken transportiert.
In den Abb. 14 um 15 sind die gefilterten Zeitreihen der
Strävuung und der Temperatur aufgetragen. Der Tiefpaßfilter 1äßt
Perioden > 28,00 h durch. Der Trend wurde nicht beseitigt. Während
der niederfrequente Strom in den obersten 1400 m den Tiefenlinien
folgt und die Störungen sich in einer Linksdrehung und Geschwindig-
keitszunahme äußern, setzt der Stram darunter bis zum Boden hin
überwiegend nach Nordosten. Die Störungen drehen den Strom nach
links oder äußern sich, wie in Bodennähe, nur noch als Modulation
der Geschwindigkeit. Ein Vergleich mit den Temperaturen zeigt, daß
in den obersten drei Geräten die Störungen mit einer Temperaturzu-
nahme einhergehen, während sie tiefer mit dem Auftreten niedrigerer
Temweraturen verbunden sind.
Die Störungen treten mit einer Periode von 3 bis 7 Tagen auf. Sie
scheinen eng mit meteorologischen Einflüßen im gleichen Periodenbe-
reich zusammenzuhängen.