Gehrke, J.: Über die Sauerstoffverhältnisse der Nordsee,
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30. Januar 1908: 8. März 1908:
0m: 6°0 — 34.70 °/4 — 86%; 5m: 4°55 — 34.91 °/4 — 98°;
39 m: 6°0 — 34.76 °/n — 86%. 38m: 4°53 — 34.94 %/99 — 97 %/o.
Wie schnell diese Schwankung vonstatten gegangen ist, läßt sich nicht sagen;
man sieht aber, daß sie eine Amplitude ähnlicher Größe hat, wie die sehr kurz-
wierige Schwankung des w@ des Bodenwassers bei Helgoland. |
Vergleicht man die beiden Fälle, so ist es recht wahrscheinlich, daß sie darauf
beruhen, daß der organische Sauerstoffverbrauch an nahe aneinander
gelegenen Stellen im Meere merklich verschiedene Größen haben kann.
Von dem oben besprochenen Material abgesehen, liegen nur ganz vereinzelte
Messungen des Sauerstoffgehalts des Bodenwassers in der Deutschen Bucht und
an dem westjütländischen Küstenflach vor. Da die zufälligen Schwankungen hier
augenscheinlich mindestens von derselben Größenordnung sind wie der regelmäßige
jährliche Gang von w, dürfte es geraten sein, eine nähere Erörterung der Verhält-
nisse zu verschieben, bis wir über mehr Beobachtungen verfügen.
Über die Ursachen der jahreszeitlichen Regenfälle in den westlichen
Mittelmeerländern. ;
Von Dr. W. R. Eckarät, Meteorologisches Observatorium Essen.
(Hierzu Tafel 4 und 5.)
Allgemeine Bemerkungen über das Klima der Mittelmeerländer,
Trotz großer klimatischer Gegensätze, die nicht nur zwischen den nörd-
lichsten Küsten- oder Grenzlandschaften einerseits und zwischen dem äußersten
Westen und Osten andererseits, sondern auch auf weit beschränkteren Räumen,
nämlich den einzelnen Gliedern der Gesamtlandschaft selbst, bestehen, trägt doch
das Klima der Mittelmeerländer einen einheitlichen und stark. ausgeprägten
Charakter. Dieser aber wird durch nichts anderes bedingt als durch die Nieder-
schläge, und zwar nicht durch ihre Menge, sondern lediglich durch ihre jahres-
zeitliche Verteilung, insofern, als die kühlere Jahreszeit in der Hauptsache, wenn
nicht ausschließlich, die Regenfälle bringt!). Somit gehört das Gebiet des Mittel-
meeres dem subtropischen Klimatypus, oder besser gesagt dem Etesienklima,
d. h. dem ozeanischen Typus des Subtropenklimas, an, der auf die Westküsten
der Kontinente- beschränkt ist. Aber während in den übrigen Gebieten der
Erde mit Winterregen dieser sogenannte echte subtropische Typus nicht viel
mehr denn als ein schmales litorales Phänomen auftritt, hat der Klimatypus
der ‚Winterregen in den mittleren nördlichen Breiten der Alten Welt gerade
da, wo wir die gewaltigste Ausdehnung der Festlandsmassen auf der Erde
in der Richtung der Parallelkreise finden, weite Festlandsräume erobert, wes-
halb man mit Recht auch die Mittelmeerländer als das »klassische Sub-
tropengebiet der Erde« bezeichnet hat. Er herrscht im ganzen Umkreis des
Mittelmeergebietes, selbst auf der Wüstentafel von Iran und in einem großen
Teile von Turan, weil bei gleichzeitigem Fehlen hoher geschlossener meridionaler
Gebirgszüge, wie wir sie in den Subtropen aller übrigen Länder finden, eine
ganze Reihe von Meeren oder Meeresteilen tief in die Kontinentalmassen : ein-
schneiden, zu denen auch noch binnenländische Wasseransammlungen, wie das
Schwarze und Kaspische Meer und schließlich auch der Aralsee, als nicht zu
unterschätzende Feuchtigkeitsquellen zu zählen sind?). Aber dennoch kann man
1) A. Supan, Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge in Europa, Westasien und
Nordafrika. Petermanns Mitteilungen 1890. Heft 12. Vgl. auch: Supan, Grundzüge der physischen
Erdkunde, 6. Aufl. Leipzig 1916. 5.172 u. 176.
2%) Vgl. hierüber A. Woeikow, Die Klimate der Erde, Jena 188%. Bd. II. S, 99 ff.
Ann d. Hvdr. usw. 1916. Heft IV.