Mey: Die Passatwinde des Atlantischen Ozeans,
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Wir sehen, wie innerhalb des Jahres die Windrichtung nur wenig schwankt,
dagegen die Änderung der Windstärke bedeutend ist. Sie steigt von ihrem
Minimum im Mai (13 Meilen per Stunde) fast stetig zum Maximum im September
(20 Meilen per Stunde) und geht dann auch beinahe stetig wieder bis zum Mai
zurück, Diese Periode ist sehr bemerkenswert, wenn man in Betracht zieht, daß
sich dieselbe im 45jährigen Mittel der Schiffsbeobachtungen (s. Tabelle S. 171)
nicht zeigt. Dagegen ergibt sie sich auch aus den Aufzeichnungen eines. in
Longwood aufgestellten Oslerschen Anemographen. Sie scheint also reell zu
sein und gewinnt noch an Glaubwürdigkeit, wenn man sie mit der Periode des
NO-Passats vergleicht. Es fällt das Maximum der einen mit dem Minimum der
anderen ungefähr zusammen, demnach wäre auch auf den SO-Passat die Wanderung
des äquatorialen Stillengürtels von Einfluß. Shaw, der sich in seinem Begleit-
worte große Mühe gibt, dieses Mißverhältnis zwischen den Seebeobachtungen
und den Aufzeichnungen des Anemographen aufzuklären, sucht die Erklärung in
der Ungenauigkeit, die bei der Schätzung von Windstärken größer als 4 Beaufort
an Bord besteht. Beim NO-Passat kommen nur Windstärken von 2 bis 4 Beaufort
(s. S. 171) hauptsächlich in Betracht, die sich aus der Fahrt des Schiffes recht
genau bestimmen lassen, während für den SO-Passat die Windstärken 3 bis 5 die
gewöhnlichen sind, so daß hier eine Fehlerquelle liegt, die sich auch in der ganz
unregelmäßigen Schwankung der Jahreskurve auszudrücken scheint.
Zur Darstellung der täglichen Periode des Windes werden die mittleren
stündlichen Werte seiner Süd- und Ostkomponente für jeden Monat und für das
Jahr berechnet. Hand in Hand damit geht wieder die Darstellung in Vektor-
diagrammen für jeden Monat und für das ganze Jahr. Der tägliche Gang im
Jahresdurchschnitt sei hier wiedergegeben (in Meilen per Stunde):
>
3
10
‘11 | Mittag
Süd-Komponente
13.1 129] 133. 33.1| 1835| 38.4! 13.6! 18.0| 1281 118] 11.4| 11.1
9.7 94 95 95' 991 101° 10.9! 11.01 11.1) 108
Ost- Komponente
13
14
15
16
17
18
19
20
21 ©
9
23
Mitter-
| nacht,
Süd-Komponente |
! 8 |
10.9| 10.9! 115| 12.0! 12.7: 1832| 135° 18,7
104! 100° 97) 95° 94 971 98! 100| 10.1! 99| 99! 98
13.7 1341| 1383| 13.0
Ost-Komponente |
Im nachstehenden Diagramm sind die Stunden-
werte des SO-Passats durch Eintragung seiner Süd- und
Ostkomponenten in ein hier weggelassenes Koordinaten-
system gewonnen und durch gerade Linien verbunden.
Das Diagramm zeigt so die verschiedenen Richtungen und
Stärken (nach seinen beiden Komponenten) an, die der
Wind während 24 Stunden durchläuft. Der kleine Kreis
innerhalb des Diagramms gibt den mittleren Tageswert
an (s. Fig. 1).
Wir sehen, wie der Windvektor im Laufe des
Tages zwei geschlossene Kurven durchläuft, die kleinere
während der Nachtstunden von 19 bis 5 Uhr, die größere
während der Tagesstunden. Verbindet man den durch
einen Kreis gekennzeichneten Endpunkt des Tagesvektors
mit den durch die Zahlen gekennzeichneten Stunden-
werten, so stellen die Verbindungslinien Vektoren dar von
dem Winde, der dem mittleren Tageswinde superponiert werden muß, um den
wirklichen Wert der einzelnen Stunde zu erhalten. Wir erkennen, daß dieser
superponierte Wind während des Tages durch sämtliche Windrichtungen dreht,
Fig. 1.
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