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Full text: 55: Gütezustand der Nordsee

3° 
Eine Steigerung der pflanzlichen Produktion kann für 
das Gesamtökosystem Vorteile bringen, da die Nahrungs- 
kettenbasis vergrößert wird und so beispielsweise die 
Produktion bestimmter Fischarten gefördert werden kann; 
es gibt aber auch negative Auswirkungen, wenn beim 
bakteriellen Abbau größerer Bestände der Sauerstoff- 
gehalt des Wassers reduziert wird. 
Bei einer Abschätzung der Eutrophierung bzw. Hyper- 
trophierung in Gebieten geringer Wassertiefe (z, B. 
in der Deutschen Bucht) muß man berücksichtigen, daß 
dort ein kurzgeschlossener Kreislauf der Pflanzennähr- 
stoffe auftreten kann: Im Wattenmeer und in den küsten- 
nahen, im Sommer nicht permanent geschichteten Bereichen 
mit geringen Wassertiefen (ca. 30 m) stehen Nährstoffe 
aus toten Organismen, ggf. nach bakteriellem Abbau der 
organischen Materie, meist schnell wieder für eine 
pflanzliche Produktion zur Verfügung, besonders nach 
starkem Wind, 
Eutrophierung kann stufenlos in schädliche Hypertrophie- 
rung übergehen, wobei durch eine übermäßige Produktion 
die Abbaukapazität im System überfordert wird, erkennbar 
im Gewässer am Zusammenbrechen des Sauerstoffhaushaltes,. 
Neben den genannten Kriterien (übermäßige Pflanzennähr- 
stoffzufuhr, Primärproduktion und Sauerstoffzehrung) 
haben sich weitere als hilfreich für die Belastungs- 
beurteilung erwiesen, z. B. Veränderungen (Verarmung, Ver- 
einseitigung) in der Artenzusammensetzung und damit Störung 
im Nahrungsgefüge. Tab. 1 soll eine erste Beurteilung der 
Verhältnisse in der Nordsee ermöglichen
	        
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