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Full text: 55: Gütezustand der Nordsee

1Q 
Anorganische Schadstoffe _in_ Wasser, in _Sedimenten 
und in Organismen (H. Albrecht) 
Zur Zeit der Abfassung des Nordsee-GCutachtens lagen nur 
wenige verläßliche Informationen über das Vorkommen von 
Metallen und Metalloiden im Wasser der Nordsee und an- 
grenzender Meeresgebiete vor. Auch über die Verteilung 
von Spurenelementen in den Ozeanen war recht wenig be- 
kannt. 
Inzwischen hat die Geochemie der Spurenelemente einen 
"Quantensprung" (Bruland, 1983} erfahren, Auch für den 
Bereich der Nordsee liegen nun für einige Metalle zuver- 
lässige Informationen vor. 
Während bis vor wenigen Jahren das Hauptproblem darin be- 
stand, zuverlässige Daten zu ermitteln - die Mehrzahl der 
älteren Daten wurde an während der Probennahme oder der 
weiteren Behandlung im Labor kontaminierten Proben ge- 
wonnen -, stellt sich nun das Problem, zuverlässig ge- 
wonnene Daten zu interpretieren. 
In einem frühen Review wiesen Topping, Bewers und Jones 
(1980) darauf hin, daß die Konzentrationen von Cadmium, 
Kupfer, Zink, Nickel und Mangan in der Nordsee, im Engli- 
schen Kanal und in der Irischen See um eine Größenordnung 
höher als im Atlantik sind. Sie wiesen gleichzeitig darauf 
hin, daß unterschiedliche Konzentrationen allein noch 
nicht auf einen unterschiedlichen Grad einer möglichen Kon- 
tamination schließen lassen, 
Zur Beurteilung der in Küstengewässern gemessenen Konzen- 
trationen sind Kenntnisse erforderlich über: 
die Zusammensetzung des Flußwassers und des unbeein- 
flußten Meerwassers, 
die Prozesse der Sedimentation im Küstenbereich, 
die Prozesse der Resuspension und Remobilisierung von 
und aus Sedimenten,
	        
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