produktion und viel organischem Material im Sediment
(Kap. 2.4.5.1 und 5.8). Der anthropogene Eintrag von leicht
abbaubaren Stoffen und von Pflanzennährstoffen hat hier
außer in lokalen Einzelfällen noch keine negativen Folgen
für den Sauerstoffhaushalt und die Organismenbesiedlung
gebracht. Problematisch ist aber der Eintrag von Organo-
chlorverbindungen (vor allem PCB, Kap. 5.5) und von
Schwermetallen (Kap. 5,4), die teils direkt, teils mit
Strömungen aus dem küstennahen Meer ins Wattenmeer gelan-
gen. Diese Schadstoffe, die aus der anthropogenen Belastung
der Flüsse stammen, werden mit Schwebeteilchen transpor-
tiert, an die sie adsorbiert sind. Der Schadstoffeintrag
führt zur Anreicherung in Muscheln (Kap. 5.5) und anderen
Organismen, Bei Fischen wird ein ursächlicher Zusammenhang
zwischen dem gehäuften Auftreten von Fischkrankheiten (Kap.
5,8) und der Schadstoffbelastung angenommen. Es besteht der
Verdacht, daß polychlorierte Biphenyle zum Rückgang der Be-
stände des Seehundes im Wattenmeer (Kap. 5.8) beitragen.
1430. Die größte Gefahr für das Wattenmeer geht von der
Großschiffahrt aus, Trotz aller bisher getroffenen Siche-
rungsmaßnahmen kann sich täglich ein Unfall eines Öltankers
oder Chemikalientransporters ereignen., Ein solcher Unfall
würde in diesem Ökosystem schwerste Schäden verursachen;
die stärksten und am längsten währenden Schadwirkungen
sind für die ökologisch besonders bedeutsamen Stillwasser-—
gebiete {(Schlickgebiete) und Salzwiesen zu befürchten
(Kap. 6.2). Ähnliche Folgen könnten ein Betriebsunfall bei
der Exploration oder Förderung von Erdöl in der Nordsee
haben, wenn das Leck nicht rechtzeitig geschlossen werden
kann und bei entsprechenden Windverhältnissen der Ölteppich
auf das Wattenmeer zutreibt.
1431. Auch durch Deichbaumaßnahmen (insbesondere Eindeichun-
gen) sind Teile des Wattenmeeres, vor allem die Salzwiesen,
in ihrer ökologischen Struktur gefährdet (Kap, 8.1). Aus