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Rachor, E.: "Monitoring of the macro-fauna near the
former disposal site of sewage sludge in the inner
German Bight"; Beitrag zu dem 11. Meeting of SACSA
in Dun Laoghaire, März 1984; Dokument SACSA 11/6/6-E.
Nachfolgend werden die Schlußfolgerungen dieses Be-
richtes wiedergegeben:
"Die Regeneration einer typischen Endofauna von Weich-
böden in unseren Breiten dauert mehrere, mindestens zwei
Jahre. Da in unseren küstennahen flachen Gewässern natür-
liche Störungen wie Stürme mit Erosion und neuer Sedimen-
tation oder Eiswinter regelmäßig auftretende Ereignisse
sind, ist die Wiederbesiedlung eines verarmten Gebietes
kein andauernder Prozeß sondern wird unterbrochen, wobei
die Fauna auf ein frühes Stadium der Sukzession zurück.
geworfen wird. Nur wenn Artenzahlen typischerweise hoch
sind und tiefgrabende langlebige Arten sich in einem vor-
mals verarmten Weichbodenhabitat angesiedelt haben, können
wir davon ausgehen, daß dies ein klares Anzeichen einer
erfolgreichen Regeneration ist. Derartiges ist bisher nicht
im Untersuchungsgebiet gefunden worden.
Die sehr hohen Artenzahlen, die 1983 gefunden wurden, be-
standen hauptsächlich aus juvenilen Formen aller taxono-
mischen Gruppen, wobei kurzlebige wie Polychaeten und an-
dere opportunistische Arten dominierten, Aber auch
Echinodermen wie der grabende Echinocardium cordatum und
Muscheln wie Abra nitida traten wieder auf; sie können,
wenn sie überleben, als Anzeichen einer Regeneration an-
gesehen werden.
Da das Untersuchungsgebiet, speziell das Frühere Einbrin-
gungsgebiet, in einer Übergangszone sowohl hinsichtlich der
Sedimentverteilung als auch der Bodenfaunagemeinschaften
liegt, wird man immer Fluktuationen der Fauna finden.
So ist es nicht überraschend, wenn sogar 3 Jahre nach
der Einstellung der Klärschlammeinbringung noch keine erfolg-
reiche Regeneration sichtbar wird.