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Full text: 55: Gütezustand der Nordsee

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f) Produktivität 
Für dieses Thema wurde eine spezielle Arbeitsgruppe unter 
der Leitung von Prof. Dr. S. Gerlach gebildet, die eine 
Studie zur "Eutrophierung der Nord- und Ostsee" erarbei- 
ten soll. Diese Studie wird für die internationale Nordsee 
Schutzkonferenz erstellt und soll bereits bei der Vorkon- 
ferenz der Staatssekretäre Mitte September vorliegen, 
Die Beziehung "Nährstoffe-Produktivität" wird von dieser 
aus vielen Fachwissenschaftlern bestehenden Arbeitsgruppe 
ausführlich untersucht; auf die Ergebnisse wird hier ver- 
wiesen. Außerdem sind auch dem Kap. "Nährstoffe und gelöster 
Sauerstoff" Angaben hierzu zu entnehmen. 
g) Andere_biologische_Auswirkungen_(Benthos, Stress_usw.) 
Es gibt einige Erhebungen über die Fauna des Meeresbodens, 
also Würmer, Muscheln, Krebse und Stachelhäuter, in denen 
die jetzige Situation mit der vor einigen Jahrzehnten ver- 
glichen wird, In den 10 - 35 m tiefen Gebieten der Helgolän- 
der Bucht lebten 1965 etwa die gleichen Arten wie 1924, und 
bis heute hat sich dieses Bild praktisch nicht verändert. 
Von 100 Makrofauna-Arten, die früher im Sylter Wattenmeer 
und den Prielen vorkamen, sind 23 Arten jetzt nicht mehr dort 
zu finden; dies sind jedoch ausschließlich Bewohner der 
Austernbänke und der Riffe des Polychaeten Sabellaria. 
Die Austern starben aus, weil entweder das Klima zu un- 
günstig wurde oder weil die Austernfischerei auch die letzten 
großen Austern vernichtete, die sonst kalte Winter überdauert 
und den Bestand gesichert hätten. Die Sabellaria-Riffe wurden 
durch Krabbenkutter zerstört. Schadstoffe kann man nicht für 
das Verschwinden der Arten verantwortlich machen. 
Für das frühere Einbringungsgebiet von Klärschlamm in der 
Deutschen Bucht liegen langjährige Untersuchungen der benthi- 
schen Fauna vor, Seit vielen Jahren hat Rachor regelmäßig 
dieses Gebiet überwacht und zuletzt im März 1984 die Ergeb- 
nisse seiner Forschung vorgelegt,
	        
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