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e) Seevögel
In dem Beitrag "Organische Schadstoffe in Wasser,
Sedimenten und Organismen der Nordsee” wurde die Ge-
fährdung von Seevögeln durch Ölverschmutzung dargestellt,
Außer Öl gefährden jedoch auch Organohalogene die See-
vögel. Sie stehen am Ende mariner Nahrungsketten und
weisen teilweise beträchtlich hohe Schadstoffkonzen«.-
trationen auf. Auffallend hohe Konzentrationen würden
bei Vögeln gemessen, die tot oder sterbend aufgefunden
wurden (Koeman u. Stasse-Wolthuis, 1978). Die untersuchten
Gewebe und Eier sind lipidreich; damit ist die hohe An-
reicherungsrate zu erklären,
Über die Belastung von Seevögeln in der Deutschen Bucht
geben artenvergleichende Pestiziduntersuchungen an Tieren
von Helgoland Auskunft (Vauk u. Lohse, 1977). Hier zeigt
sich trotz teilweisen Verbots von DDT in Mittel- und Nord-
sguropa eine hohe Belastung der fischfressenden Seevögel
mit DDT, Die PCB-Werte sind noch höher, Die bei weitem
höchsten Konzentrationen (bei einer Mantelmöwe Über
3000 mg/kg, bezogen auf Fettgewicht) finden sich bei PCB,
gefolgt von DDT, Hexachlorecyclobenzel (HCB) und Hexachlor-
cyclohexan (HCH). Die besonders stark belasteten Arten er-
nähren sich ganz oder zu erheblichen Teilen von Fischen.
Die gefundenen Werte übersteigen die nach der Höchstmengen-
verordnung von 1975 bei Lebensmitteln tierischer Herkunft
erlaubten DDT-Mengen um das Zehn- bis Hundertfache. Es wurde
festgestellt, daß die Belastungswerte mit zunehmendem Älter
der Tiere steigen.
Außerdem beeinflußt DDT bei manchen Vogelarten die Eischalen.-
bildung. Die kalkigen Eischalen sind von DDT-belasteten Tieren
dann etwas dünner als normal, sie zerbrechen leichter und
können dadurch zu höheren Verlusten beim Brüten führen.