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lich interpretiert. Möller (1979) erklärt die Häufung
der Lymphocystiskrankheit bei Plattfischen im Dogger-
bankbereich mit Konditionsschwäche infolge Unterernäh-
rung. Eine ähnliche Annahme macht der Autor bei Geschwü-
ren, die gleichfalls hier sehr häufig waren. Dethlefsen
(1979) vermutet, daß auch die Doggerbank eine gewisse
Schadstoffbelastung erfährt, weil Strömungen aus der
stark verschmutzten Irischen See um Schottland herum
bis in dieses Gebiet führen. Da entsprechende Daten noch
fehlen, kann diese Annahme nicht belegt werden,
Dethlefsen (1979 a) diskutiert fernerhin die Frage, ob
im Fisch angereicherte Schadstoffe (Schwermetalle,
pelychlorierte Biphenyle u. a.) für die Auslösung von
Fischkrankheiten eine Rolle spielen. Bei Klieschen fan-
den sich die höchsten PCB-Gehalte in Tieren, die mit Epi-
dermalem Papillom befallen waren; auch an Lymphocystis
erkrankte Exemplare wiesen überwiegend höhere PCB-Konzen-
trationen auf. Die Datenbasis ist zur Überprüfung dieser
Zusammenhänge jedoch noch unzureichend; wegen gewisser
Verdachtsmomente sind weiterführende Untersuchungen er-
forderlich.
In einer noch unveröffentlichten (zum Druck angenommenen)
Arbeit über die Krankheiten der Nordseefische kommt Deth-
lefsen (1984) aufgrund neuer Untersuchungen wie schon
früher zu der Schlußfolgerung, daß anthropogene Einflüsse
kausal an dem Auftreten von Fischkrankheiten beteiligt sind.
Dies gilt besonders für die Erkrankung der Klieschen an
epidermalen Papillomen, bevorzugt im Gebiet der Abfall-
einbringung aus der Titandioxidproduktion, dem Humber-
Ästuar und entlang der britischen Küste, Hohe Erkrankungs-
raten auf der Doggerbank setzt er in Beziehung zu hohen
Schwermetallgehalten und PCB-Konzentrationen in diesem
Gebiet, Für das Auftreten von epidermalen Papillomen
der Kliesche in der Deutschen Bucht stellt er folgende
Punkte heraus!