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Full text: 55: Gütezustand der Nordsee

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Literatur keine Hinweise auf eine generelle Zunahme 
von Fischerkrankungen im Untersuchungsgebiet während 
der letzten Jahrzehnte ergeben. Besonders berücksichtigt 
wurden dabei die Ästuare von Weser und Elbe sowie das 
Gebiet der Abfalleinbringung aus der Titandioxidproduk- 
tion. Die regionale Häufigkeit von Hautgeschwüren war bei 
den untersuchten 10 Fischarten unterschiedlich, Bei 
Wittling, Stöcker und Scholle zeigten sich keine lokalen 
Schwerpunkte, Relativ hohe Befallsraten des Kabel jaus 
in der zentralen Deutschen Bucht sind nach Meinung des 
Autors mit hoher Populationsdichte zu erklären. Bei der 
Kliesche lagen die Schwerpunkte im Auftreten von Geschwü- 
ren, Lymphocystis und epidermalen Papillomen in Gewässern 
vor Südwestdänemark, im Kattegat und auf einer Vergleichs- 
station auf der Doggerbank. Relativ niedrige Befallsraten 
wurden in der Deutschen Bucht ermittelt. Für die Häufig- 
keit aller drei Krankheiten 1äßt sich eine Korrelation 
mit dem Ernährungszustand der Klieschen auf den jeweili- 
gen Stationen nachweisen. Die Verbreitung verschiedener 
Plattfischkrankheiten unterlag sehr ähnlichen regionalen 
Veränderungen, Vermutlich steuert ein von den einzelnen 
Erregern unabhängiger Faktor ihr Auftreten, wahrscheinlich 
indirekt durch Beeinflussung der Abwehrkraft der Fische 
gegenüber jeder Art von Infektion. Nach den vorgelegten 
Daten kommt der Autor zu dem Schluß, daß außerhalb der 
£stuare der Wasserverschmutzung keine Bedeutung als 
Auslöser von Fischkrankheiten zuzukommen scheint, Zur Zeit 
ist nicht zu entscheiden, ob das gehäufte Auftreten von 
Aal-, Stint- und Flunderkrankheiten in einigen Bereichen 
on Weser und Elbe auf Verschmutzung, Flußregulierung 
öder Nahrungsmangel zurückzuführen ist. 
Die Befunde von Möller (1977, 1978, 1979) über gehäuftes 
Auftreten von Lymphocistis und bakteriell verursachten 
Seschwüren im Bereich der Doggerbank, also in einem küsten- 
fernen Areal, werden von verschiedenen Autoren unterschied-
	        
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