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Literatur keine Hinweise auf eine generelle Zunahme
von Fischerkrankungen im Untersuchungsgebiet während
der letzten Jahrzehnte ergeben. Besonders berücksichtigt
wurden dabei die Ästuare von Weser und Elbe sowie das
Gebiet der Abfalleinbringung aus der Titandioxidproduk-
tion. Die regionale Häufigkeit von Hautgeschwüren war bei
den untersuchten 10 Fischarten unterschiedlich, Bei
Wittling, Stöcker und Scholle zeigten sich keine lokalen
Schwerpunkte, Relativ hohe Befallsraten des Kabel jaus
in der zentralen Deutschen Bucht sind nach Meinung des
Autors mit hoher Populationsdichte zu erklären. Bei der
Kliesche lagen die Schwerpunkte im Auftreten von Geschwü-
ren, Lymphocystis und epidermalen Papillomen in Gewässern
vor Südwestdänemark, im Kattegat und auf einer Vergleichs-
station auf der Doggerbank. Relativ niedrige Befallsraten
wurden in der Deutschen Bucht ermittelt. Für die Häufig-
keit aller drei Krankheiten 1äßt sich eine Korrelation
mit dem Ernährungszustand der Klieschen auf den jeweili-
gen Stationen nachweisen. Die Verbreitung verschiedener
Plattfischkrankheiten unterlag sehr ähnlichen regionalen
Veränderungen, Vermutlich steuert ein von den einzelnen
Erregern unabhängiger Faktor ihr Auftreten, wahrscheinlich
indirekt durch Beeinflussung der Abwehrkraft der Fische
gegenüber jeder Art von Infektion. Nach den vorgelegten
Daten kommt der Autor zu dem Schluß, daß außerhalb der
£stuare der Wasserverschmutzung keine Bedeutung als
Auslöser von Fischkrankheiten zuzukommen scheint, Zur Zeit
ist nicht zu entscheiden, ob das gehäufte Auftreten von
Aal-, Stint- und Flunderkrankheiten in einigen Bereichen
on Weser und Elbe auf Verschmutzung, Flußregulierung
öder Nahrungsmangel zurückzuführen ist.
Die Befunde von Möller (1977, 1978, 1979) über gehäuftes
Auftreten von Lymphocistis und bakteriell verursachten
Seschwüren im Bereich der Doggerbank, also in einem küsten-
fernen Areal, werden von verschiedenen Autoren unterschied-