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Die Lymphocystis-Krankheit fand Dethlefsen (1979 a) in
der Deutschen Bucht bei Klieschen mit Befallsraten bis
8 %, wobei die Höchstwerte im Winter im küstennahen Be-
reich lagen, Die Befallsrate im Einbringungsgebiet von
Abwässern der Titandioxidproduktion war höher als an
Vergleichsstandorten. Flundern aus der inneren Deutschen
Bucht wiesen einen Krankheitsstand von 2,1 bis 5,4 % auf;
Schollen waren insgesamt sehr gering befallen. Nach
Möller (1978) waren auf der Doggerbank 5 % der Klieschen
mit Lymphocystis befallen bei einem Durchschnittswert
in der Deutschen Bucht von 0,7 % und der restlichen Nord-
see von 3,2 %;j schlechter Ernährungszustand wird hier wie
bei den Geschwürerkrankungen als wesentlich für den Aus-
bruch dieser Infektionskrankheit angenommen. Nach McCain
et al. (1978) waren Plattfische (Limanda aspera) der
nicht belasteten Beringsee (Alaska) mit einer Rate von
2,1 % befallen; dies dürfte eine grundsätzliche Aussage
umfassen: man muß demnach von einer entsprechenden Grund-
belastung der Bestände ausgehen,
Epidermale Papillome traten in der Deutschen Bucht
(Dethlefsen, 1979 a} bei Klieschen mit einer Befalls-
stärke bis 6,6 % auf, wobei der Schwerpunkt im Umkreis
des Einbringungsgebietes für Abwässer der Titandioxid-
industrie lag. Der Befall im Klärschlammeinbringungsgebiet
lag nur wenig über dem des unbelasteten Vergleichsgebietes,
Bei Winteruntersuchungen war die Erkrankungsrate im küsten-
nahen Bereich (2,3 %) höher als im küstenfernen (0,7 %),
Der Befall von Plattfischen (Lepidopsetta bilineata) in
der Beringsee lag hingegen bei 1 % (McCain et al,, 1978).
Die Blumenkohlkrankheit des Europäischen Aales wurde 1953
erstmalig für deutsche Nordseeküstengewässer nachgewiesen
(Koops u. Mann, 1969). Seither hat die Häufigkeit der
Krankheit stark zugenommen; 1957 waren 6 % der im Elbe-
Ästuar gefangenen Aale erkrankt, 1967 waren es 12 % und