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Full text: 55: Gütezustand der Nordsee

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Krankheiten werden nachstehend kurz gekennzeichnet. 
Flossenfäule, die zur Zerstörung von Haut und Knochen 
der Flossen führt, tritt häufig in abwasserbelasteten 
Ästuarien und Küstenstrecken auf, Bei der Entstehung 
wirken mehrere, im einzelnen nicht genau bekannte 
Vorgänge zusammen: Hautschädigung durch abwasserbürtige 
Schadstoffe, wobei möglicherweise PCB, DDT oder Rohöl- 
bestandteile eine Rolle spielen, Schwächung des Fisches 
durch Sauerstoffmangel oder Schwefelwasserstoffvorkommen 
und - mindestens in einigen Fällen - bakterielle Infek- 
tionen. 
Geschwüre werden häufig als Krankheitsbild bei Fischen 
aus abwasserbelasteten Gewässern aufgeführt; in vielen 
Fällen liegen hier Infektionen mit Bakterien (z. B. 
Vibrio anguillarum) vor, die nach Verletzungen oder auf- 
grund körperlicher Schwächung erfolgen. Abgeheilte Ge- 
schwüre werden relativ häufig beobachtet. 
Auch von der Lymphocystis-Krankheit, die von Viren erregt 
wird und zu Geschwulstbildungen führt, wird vermutet, daß 
sie durch Abwasserbelastung gefördert werden kann. Die 
Krankheit ist aber auch in Meeresgebieten ohne jede nach- 
weisbare anthropogene Belastung nicht selten. Die Krankheit 
ist ansteckend, eine Ausheilung möglich, und die Vitalität 
scheint nur wenig beeinträchtigt (Amlacher, 1976). 
In der Diskussion als möglicherweise durch anthropogenen 
Stoffeintrag geförderte Krankheit stehen auch die Epidermalen 
Papillome; diese Tumore kommen bei Plattfischen verschieden 
belasteter wie unbelasteter Meeresgebiete nicht selten vor. 
Die Blumenkohlkrankheit des Europäischen Aales ist ein be- 
sonders auffälliges Papillom, das wegen großer Wucherungen 
im Kopfbereich die Nahrungsaufnahme und die Atmung zunehmend 
behindert und so zum Tode führen kann. Diese Erkrankung ist 
im stark belasteten Elbe-Ästuar häufig, tritt aber auch in
	        
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