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Krankheiten werden nachstehend kurz gekennzeichnet.
Flossenfäule, die zur Zerstörung von Haut und Knochen
der Flossen führt, tritt häufig in abwasserbelasteten
Ästuarien und Küstenstrecken auf, Bei der Entstehung
wirken mehrere, im einzelnen nicht genau bekannte
Vorgänge zusammen: Hautschädigung durch abwasserbürtige
Schadstoffe, wobei möglicherweise PCB, DDT oder Rohöl-
bestandteile eine Rolle spielen, Schwächung des Fisches
durch Sauerstoffmangel oder Schwefelwasserstoffvorkommen
und - mindestens in einigen Fällen - bakterielle Infek-
tionen.
Geschwüre werden häufig als Krankheitsbild bei Fischen
aus abwasserbelasteten Gewässern aufgeführt; in vielen
Fällen liegen hier Infektionen mit Bakterien (z. B.
Vibrio anguillarum) vor, die nach Verletzungen oder auf-
grund körperlicher Schwächung erfolgen. Abgeheilte Ge-
schwüre werden relativ häufig beobachtet.
Auch von der Lymphocystis-Krankheit, die von Viren erregt
wird und zu Geschwulstbildungen führt, wird vermutet, daß
sie durch Abwasserbelastung gefördert werden kann. Die
Krankheit ist aber auch in Meeresgebieten ohne jede nach-
weisbare anthropogene Belastung nicht selten. Die Krankheit
ist ansteckend, eine Ausheilung möglich, und die Vitalität
scheint nur wenig beeinträchtigt (Amlacher, 1976).
In der Diskussion als möglicherweise durch anthropogenen
Stoffeintrag geförderte Krankheit stehen auch die Epidermalen
Papillome; diese Tumore kommen bei Plattfischen verschieden
belasteter wie unbelasteter Meeresgebiete nicht selten vor.
Die Blumenkohlkrankheit des Europäischen Aales ist ein be-
sonders auffälliges Papillom, das wegen großer Wucherungen
im Kopfbereich die Nahrungsaufnahme und die Atmung zunehmend
behindert und so zum Tode führen kann. Diese Erkrankung ist
im stark belasteten Elbe-Ästuar häufig, tritt aber auch in