Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1898.
Die Stromversetzung war mithin an der Westküste von Yezo und Sachalin
ziemlich gleichmäßig, am stärksten nördlich Risiri, dann schnell abnehmend.
Dafs sie am letzten Tage wieder stärker war, liegt an dem herrschenden frischen
Südwinde und daran, dafs in den letzten 16 Stunden zwei Fluthströme und nur
ein Ebbstrom das Schiff in Fahrt getroffen haben, da kurz nach Hochwasser auf
Alexandrowsk-Rhede geankert wurde. Es konnte nach dem Ankern auch erheb-
licher Südstrom festgestellt werden.
Der von der Westküste von Yezo und Sachalin entlang laufende Arm des
Kuro-Siwo konnte mithin bis auf etwa 50° N-Br verfolgt werden. Bis in diese
Breiten hinauf macht sich der Kuro-Siwo auch durch die Beeinflussung der
Temperatur bemerkbar; dieselbe ist im Tartarischen Golf an der Sachalin - Seite
höher wie an der sibirischen Seite.
Sehr auffällig war der Temperaturunterschied zwischen Alexandrowsk und
de Kastri. Während die Temperatur in Alexandrowsk des Morgens durch-
schnittlich 16°, des Abends beim Verlassen 19° war, war sie beim Einlaufen in
Alexandrowskoje de Kastri 14,8°, mittags 15,4° und am nächsten Morgen 10,8°.
Es wurden dadurch die Angaben, die in Alexandrowsk gemacht wurden,
nach denen die Temperatur in Alexandrowskoje de Kastri etwa 10° niedriger
sein soll, im Allgemeinen bestätigt.
Das Land zu beiden Seiten der La Perouse - Straße war beim Passiren
derselben am 22. August gut sichtbar, die Insel Risiri auf 50 Sm zu sehen. Kap
Notoro wurde auf 1,5 Sm passirt.
Die Wassertemperatur war kurz vor dem Passiren des Kaps 15,3°, gleich
nach dem Passiren 10,9° und bald darauf wieder 17,0°.
Zwischen Alexandrowsk, de Kastri, Barracouta und der La Perouse-Strafse
ist im Tartarischen Golf keine Stromversetzung bemerkt worden.
Während auf der Reise von Barracouta nach Korsakowsk‘ in der La
Perouse -Strafßse am 22. August nur geringe Stromkabbelungen, kein Strom,
bemerkt wurde, wurde auf der Reise von Korsakowsk nach Wladiwostock am
25. August hier starker Oststrom, der etwa 2 Sm in der Stunde setzte, angetroffen,
desgleichen war der Strom zwischen Risiri und Refunsiri recht bemerkbar.
Die Stromversetzung war:
Datum
1897
Ungefähre
N-Br
Ungefähre
O-Lg
Richtung
Geschwin-
digkeit
Sm
August 25
26
27
DE
46°
44,59
43,79
42,59
500 N 494° 0
136,59 5: 567 0
1339 N 73° O0
25
»
12,5
s.4
Tshimulpo — Mokpho — Tshifu. 9
Aus dem Reisebericht S. M, S, „Cormoran“, Kommandant Korv.-Kapt. BRussaTIS, Juli 1897,
I. Wind und Wetter.
Der Wind wehte am 25. zunächst aus WNW und ging, nachdem einige
Stunden völlige Windstille eingetreten war, am 24. d. Mis. auf SE herum. Er
erreichte zu Zeiten die Stärke 4. Vom 25. zum 26. wehte er aus SE in Stärke 4
bis 7 bis in die Nähe von Shantung-Vorgebirge. Daselbst sprang er um, wehte
aus SW und wurde allmählich immer schwächer.
Das Wetter war am 23, klar. In der Nacht vom 23. zum 24. wurde es
irübe und regnerisch, so daß die Sichtigkeit sehr beschränkt wurde. Vom
‘') „China Sea Directory“, Vol. IV — B. XI, 6 —. Br. Adm.-Karten No. 903, 1258, 1270
"Lit. XI, No, 105, 108, 1083).