Ann, d. Hydr, usw., LXVII. Jahrg. (1939), Heft IV.
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Beitrag zur Hydrographie der Helgoland umgebenden Gewässer.
I. Die Oberflächenverhältnisse bei Helgoland-Reede.
Von Erich Goedecke, Hamburg.
‘Dazu Tafeln 17 bis 19 mit Abb, 2 bis 12 und Tabellentafel 20 mit Tab. 3, 7, 13 und 14.)
Zusammenfassung: Im folgenden werden die Ergebnisse des ersten Teils einer Untersuchung der
hydrographischen Verhältnisse um Helgoland auf Grund des in den „Bulletin Hydrographique“
(Kopenhagen) vorhandenen 10jährigen Beobachtungsmaterials 1927 bis 1936 von Helgoland - Reede
mitgeteilt, Da diese hydrographischen Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen von 1929 ab nach
dem von der Deutschen Seewarte seit 1923 auf den deutschen Nordsee-Feuerschiffen eingeführten
rleichen Beobachtungsschema gewonnen wurden, bilden sie eine wesentliche Ergänzung zu den für
dieselbe Beobachtungsperiode vorliegenden Feuerschiffsbeobachtungen, Die Helgoland-Reede-Beob-
achtungen werden mit denen von F.-Sch. „Elbe 1“ verglichen. Ferner wird einleitend auf die Bedeu-
sung der Lage der besonders im zweiten Teil untersuchten „Helgoländer Terminstationen“ in Beziehung
zum Helgoländer Meeresboden hingewiesen, Auf Grund einer vom Verfasser neu entworfenen Tiefen-
karte für die Helgoland umgebenden Gewässer wird es für dringend notwendig erachtet, die Lage der
„‚Terminstationen‘“ mehr noch dem Relief des Helgoländer Meeresbodens anzupassen, Es werden daher
vom Verfasser neue Ortsangaben der „Terminstationen“ vorgeschlagen, Weiterhin werden die mittleren
Temperatur- und Salzgehaltsverhältnisse bei Helgoland-Reede in Beziehung zu Ergebnissen früherer
Untersuchungen wiedergegeben, Eingehend wird in diesem Zusammenhang auf die Untersuchungen
des Einflusses der Gezeiten, insbesondere der extremen Wasserstände auf den Salzgehalt des Ober-
fNächenwassers, hingewiesen, Außerdem wird zum Schluß dieser Abhandlung auf die zwiespältige
Meinung über den Zweck einer Untersuchung des etwaigen Zusammenhanges zwischen der Größe des
Oberwasserabflusses von Elbe oder Weser und dem Jahresgang des Salzgehaltes bei Helgoland auf-
merksam gemacht,
1. Einleitung: Die bisherigen Beobachtungen und ihre Ergebnisse.
Seit dem Jahre 1873 bzw. 1892 (Gründung der Staatlichen Biologischen
Anstalt auf Helgoland) wurden bis zum Weltkriege einmal täglich Beobachtungen
von Temperatur und Salzgehalt des Oberflächenwassers von Helgoland-Reede
ausgeführt. Diese Beobachtungen wurden im Rahmen der Arbeiten der Inter-
nationalen Kommission für Meeresforschung (Kopenhagen), der auch Deutschland
seit dem Gründungsjahr dieser Kommission, 1902, angehört, nach dem Kriege im
Jahre 1927 wieder aufgenommen. Zuerst wurden die Beobachtungen ‚monatlich
viermal und seit 1929 nach dem für alle Nordsee-Feuerschiffe für ein Jahr im
voraus herausgegebenen Terminplan ausgeführt. Es wird an bestimmten Tagen
mit Spring-, Nipp- und Mitteltide einmal zur Zeit des Kenterns vom Flut- zum
Ebbstrom und zweitens zur Zeit des darauffolgenden Kenterns vom Ebb- zum
Flutstrom die Temperatur des Oberflächenwassers gemessen und je eine Wasser-
probe für spätere Salzgehaltsbestimmung gewonnen.
Die hydrographischen Beobachtungen an den sogenannten. festliegenden
Helgoländer Terminstationen in einiger Entfernung um die Insel Helgoland
herum wurden in derselben Art seit 1903 zum erstenmal an zunächst 3, 1904 an
4 Stationen und 1935 an 6 Stationen ausgeführt, Diese 6 Stationen liegen in
einem Ring um die Insel herum (siehe Abb, 1 auf S. 162).
Die folgende Tabelle gibt eine Zusammenstellung von der geographischen
Lage der Terminstationen,
Die Stat. I liegt bei Hog Stean-
Tonne vor der südlichen Einfahrt
nach der Reede von Helgoland,
Stat. IIa westlich von der Insel über
dem tiefsten Punkt des Stations-
ringschnittes, Stat. III bei der
Tonne Sellebrunn vor der Nord-
einfahrt nach der Reede, Stat, IIIa
in NNE-licher Richtung 5 Sm von
der Insel entfernt, Stat. IIIb im
Osten bei der Steingrund-Tonne, also im ersten Drittel des Schnittes Helgo-
land— Außeneider-F.-Sch. und endlich Stat. IV bei der Tonne Helgoland-Düne 02
westlich von der Loreley-Bank.
Ann. d. Hydr. usw. 1939, Heft IV.