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kennzeichneten den in der diesigen Luft nur schwach, als ein hoher und über-
raschend. regelmässiger Krater, sichtbaren Vulkan, welcher als die nördlichste
Insel des Marianen-Archipels für die Ansegelung desselben von Norden her von
besonderer hydrographischer Bedeutung ist. „Hertha“ erreichte am Abend des
2. Januar die Insel Farallon de Pajaros (s. pag. 266), umsegelte sie am Morgen
des 3. Januar und drehte alsdann bei, Behufs Anstellung von astronomischen
Ortsbestimmungen und magnetischen Beobachtungen landete Cap. Knorr an
dieser Insel und fand dabei u. A., dass die geographische Länge dieser Insel
um 20 Seem. zu weit ostwärts in der Karte verzeichnet ist, und dass die
Höhe 260 Met. statt 138 Met. beträgt. Nach Rückkehr an Bord wurde die
Fahrt südwärts fortgesetzt. Der Anfangs schwache Passat nahm, nachdem
die Inseln Urracas und Assumption während des 4. Januar passirt waren,
an Stärke derartig zu, dass, um nicht zu viel Aufenthalt zu haben, die
[nsel Agrigan in der Nacht vom 4. zum 5. Januar passirt und die Insel Pagan
am Morgen des 5. Januar angesegelt wurde. An der ganzen NW- und West-
küste zeigte sich aber keine gegen den stark wehenden Passat geschützte
Ankerstelle, vielmehr wurde selbst an der Lee- (West-) Seite der Insel, unter
welcher das Schiff auf weniger als 1 Seem. Abstand vom Lande zur Recognos-
cirung beidrehte, keine Stelle gefunden, wo die steile Felsenküste und die
hohe Brandung ein Landen mit Booten ermöglicht hätte. Ueppiger tropischer
Pflanzenwuchs bedeckte die beiden an der Westküste gelegenen Vulkane bis
zu ihren rauchenden Kratern, während sich in ‚dem Flachlande weite Wiesen-
oründe nach dem östlich gelegenen Vulkan hinzogen, dieser letzterer schien
nur in seinem oberen Theile des grünen Schmucks gänzlich zu entbehren,
Während noch an demselben Tage (5. Januar) die kleinen, steilen und
steinigen Inseln, Alamagan, Guguan, Sariguan und. Anatajan alle auf 2—6 Seem.
Entfernung ohne weiteren Aufenthalt passirt wurden, segelte „Hertha“ am 6. Ja-
auar die zweit-wichtigste Insel der Marianen, von Norden her kommend,
Saipan an, (8. pag. 267) und ankerte ungefähr 2 Seem. von dem eigentlichen
Hafen der Insel, Tanapag, an der offenen Küste, ausserhalb des diese ein-
schliessenden Korallenriffes auf 30 Met. Wasser, Korallen-Sand-Grund, mit 150 Met.
Kette. Am folgenden Tage (7. Januar) liess Capitain Knorr die eigentliche
Tinfahrt in den Hafen, welche eine der beiden einzigen sogen. Häfen der
Marianen ist und von dem sich von der Nordspitze der Insel in südwestlicher
Richtung erstreckenden Korallenriffe mit der am Ende desselben gelegenen Insel
Mannagajat gebildet wird, untersuchen (s. Skizze). Aus dieser Untersuchung geht
hervor, dass ein Schiff von der Grösse der „Hertha“ in dem Hafen nur nach
zuvoriger Kennzeichung der flachen Stellen mit Sicherheit einlaufen kann. Am
Morgen des 8. Januar segelte „Hertha“ von Saipan aus nach der Insel Tinian
‘gs, pag. 267) und hielt unter kleinen Segeln auf dem einzigen Ankerplatz, der
durch eine Einbuchtung der SW-Spitze der Insel gebildeten Sunharon-Bucht,
Am 9. Januar früh langte „Hertha“ auf der Rhede von Agana an, dem Sitz
des Gouvernements der Marianen und dem Hauptorte der grössten Insel des Ma-
rianen-Archipels von Guajan oder Guam (s.pag. 267), um dort einen Lootsen für den
9 Seem. westsüdwestlich von Agana liegenden Haupthafen des ganzen Archipels
„nd der Insel Guam, nämlich Port San Luis d’Apra an Bord zu nehmen. Der
Lootse, ein Chamorro, (8. pag. 268) zeigte sich als ein zuverlässiger und geschickter
Mann. S. M. SS. Hertha ankerte in diesem Hafen auf 42 Met. Wasser, Korallen-
and und blieb daselbst bis zum 15. Januar und segelte nach der 10 Seem,
züdlich davon liegenden Bucht von Umata, um dort Wasser einzunehmen.
Am 17. Januar wurde die Weiterreise nach den Carolinen fortgesetzt,
welche gegen den stark aus NEzE und ENE wehenden Passat am 24, Januar
bei der Los Martires-Gruppe erreicht wurden. Auf diesen Inseln und
auf den ihnen zunächst liegenden Gruppen halten sich, wie in Krfahrung
xebracht wurde, keine Weissen auf. „Hertha“ segelte von hior aus weiter
5sdlich und erreichte am 26. Januar die zu der Ulke-Gruppe gehörige Koral-
len-Insel Raur. Nach einer mit Erfolg ausgeführten Aufsuchung einer Einfahrt
in die Lagune und einer Ankerstelle daselbst, dampfte „Hertha“ in die Lagune
and ankerte auf 26 Met. Wasser, Korallengrund querab von der Insel Kawr.
Nach 2'/tägigem Aufenthalt daselbst, während dessen der östliche Theil der
Lagune vermessen und ausgelothet wurde (s. pag. 279 und Skizze) segelte „ Hertha“