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Full text : 20, 1897

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1897  No.  1  —

x\  =  Hcost{a+a i sin2t,'+UiCos2£'\,  x"  —  —HsinZ{b+bysin2t,’+b 2 cos2Z'},  xj"  —  Htg%\c-f-Ci  sin2'£’+CxCos2£’\
y\  —  Hcos  sin2r+$2  cos2f'},  y’[  —  —Hsin£  |  ß+e,sin2£'+¿2cos2  £'),  ?/"  —  Htg  ß{/+j\  sin2  t'+ficos  2  £'[
«■;  =  H  cos  l{g+g\  sin2  r+£2  cos2r},  z'{  —  —  Hsin  £{h+]i i sin2£'+h 2 cos2£'},  —  Htg  ß  \  Jc+ki  sin  2  £'+7*2  cos  2  £'}

dann  ist  die  ganze  in  den  drei  Koordinatenrichtungen  wirkende  magnetische  Kraft  des  Schiffseisens  —  x+xj,
y+yt,  z+z\,  wenn  x t  =  Xj+x'j+x"'  u.  s.  w.  gesetzt  wird.  Ausser  dem  Schiffseisen  wirkt  aber  auch  der
Erdmagnetismus  auf  die  Kompassnadel,  und  zwar  sind  die  Komponenten  desselben  H  cos  £  —  X,  —Hsin  £  —  Y
und  Htg  6  —  Z,  sodass  endlich  die  Gesammtheit  der  auf  die  Kompassnadel  wirkenden  magnetischen  Kräfte,
zerlegt  nach  den  drei  Koordinatenrichtungen  =  X+x+xi,  Y+y+yu  Z+z+Z\  sind.  Bezeichnen  wir  die
horizontale  und  vertikale  Komponente  von  Erdmagnetismus  +  Schiffsmagnetismus  resp.  mit  H'  und  Z'.  so
wirkt  die  erstere  in  der  Richtung  der  Kompassnadel,  ihre  Komponenten  in  der  Richtung  der  Mittschiffslinie
und  senkrecht  zu  dieser  sind  daher  H'  cos  £  =  X'  und  —H'  sin  £'  —  Y'  und  wir  erhalten  die  Gleichungen:
X  =  A’+x-fxi,  F'  —  Y-\-y-\-y\,  Z’  =  Z-\-z-{-z\.

Werden  hierin  die  Werthe  für  x,  Xj  u.  s.  w.  aus  (4)  und  (5)  eingesetzt,  wobei  Hcos  '£,  —Hsin  'C  und
Htg  ß  durch  X,  Y,  ¿'ersetzt  werden,  so  erhält  man  die  erweiterten  Poisson’schen  Gleichungen  in  der  Form:

(6)

X'  —  A+aA-j-  bE+  cZ+F+(öiA+  by  Y-\-  CiZFlh)  sin  2  l,'  FißiXF  ¿>21  —1-  c 2 Z-\-lh)  cos  2
Y'  —  1  -{-dX-F  ei  +JZ+Q.  +(diA r -|-  e\  Y-\-fyZ-\-q{)  sin  2  £ , +(d , 2A+  e 2  I  "\-f2Z-\-q2)  cos  2  £'
Z'  =  ZgX-\-hY-\-kZ-\-R-\-((/\X-\-li\  Y-\-k\Z+ry)  sin  -\-(g-2X-\-hiY-\-JciZ-\-r^)  cos  2£'

oder
^j-cos£  —  (\+a)  cos£—h  sinl+ctg  e  +  ^  +  ^ctiCos^—bisinl+CitgS+j^j
—^  sin  r  =  d  cos  L'-(l+e)  sin  'Q+ftg6+^  +  (d Y  cos  £-e,  sin  f+/i  tgß+
f-  =  w™ i -ii sinW+k+ i + (§i c °‘ i -We‘ ini+h+ ¥)

sin

2  r+  («2  COS  l—b-2  sin  £+c 2  tg  9+
sin  2  £'+  (d 2  cos  £-e 2  sin  t+/ 2  J?)

cos  2  £'
cos  2  £'
cos  2  £'

Die  Bedeutung  der  Buchstaben  F,  qh,  Q,  Qu  q-i,  E,  r u  r 2 ,  a,  ci u  a 2 ,  b,  b u  b 2  u.  s.  w.  ergiebt  sich
unmittelbar  durch  einen  Vergleich  der  Ausdrücke  (4)  und  (5)  mit  den  Formeln  (1)  bis  (3),  wobei  man  sich
zu  erinnern  hat,  dass  M,  e,  a,  f,  L  und  s  in  jeder  der  drei  Formeln  andere  Werthe  haben.
Die  Formeln  (1),  (2)  und  (3)  sind  der  grösseren  Allgemeinheit  wegen  unter  der  Voraussetzung  abgeleitet ­
  worden,  dass  die  durch  die  Mitte  der  Kompassnadel  und  die  Mitte  des  betreffenden  Stabes  gelegte
Vertikalebene  mit  der  Symmetrieebene  des  Schiffes  den  Winkel  s  bilde.  Dies  setzt  eine  unsymmetrische
Vertheilung  der  magnetisch  wirkenden  Massen  voraus,  welche  auch  bei  vollkommener  mechanischer  Symmetrie ­
  Vorkommen  kann,  was  in  der  Regel  bei  dem  sogenannten  „Bau-Magnetismus“  der  Fall  ist  und  auch
bezüglich  dos  weichen  Eisens  dann  eintreten  muss,  wenn  der  Kompass  selbst  nicht  über  der  Mittschiffslinie
stellt,  was  bei  Steuerkompassen  oft  der  Fall  ist;  weitaus  der  Hauptsache  nach  wird  aber  die  Vertheilung
der  weichen  Eisenmassen  beiderseits  der  Symmetrieebene  des  Schiffes  auch  in  Bezug  auf  ihre  magnetische ­
  Wirkung  eine  gleickmässige  sein,  und  wenn  dies  der  Fall  ist,  so  muss  e  =  0  sein.  Dann  fallen  in
(1),  (2)  und  (3)  alle  Glieder  weg,  welche  mit  sin  s  multiplizirt  sind,  und  es  verschwinden  in  (5),  (6)  und  (7)
die  mit  «1,  b,  b 2 ,  Ci,  d,  d 2 ,  e t ,  /,  f 2 ,  g\,  h,  li 2  und  k\  multiplizirten  Glieder.  Obrvohl  sich  demnach  bei
Vorraussetzung  symmetrischer  Vertheilung  die  Formeln  (6)  und  (7)  nicht  unwesentlich  einfacher  gestalten
würden,  so  haben  wir  dieselben  doch  in  der  allgemeineren  Form  beibehalten,  weil  kleinere  Unsymmetrien
Vorkommen  können  und  in  gewissen  Fällen,  wie  in  dem  schon  erwähnten  der  Steuerkompasse,  Vorkommen
müssen,  es  ist  aber  im  Auge  zu  behalten,  dass  die  genannten  Grössen  jedenfalls  sehr  klein  sein  werden.
Um  die  Formel  für  die  Deviation  abzuleiten,  ist  in  (7)  die  erste  Gleichung  mit  sin  die  zweite  mit
cos  f'  zu  multiplziren  und  beide  zu  addiren,  dann  ergiebt  sich  nach  leichten  Umformungen:
            
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