Meereskunde
Von April 1995 bis Januar 1996 sind im
BSH-Vorhaben OPUS (Ostsee-Programm Um
welt und Strömung) bei der Großtonne
„Fehmarnbelt“ ununterbrochen Strömungsmes
sungen durchgeführt worden. Die Meßanord
nung bestand aus den Meßnetz-Strömungssen-
soren an der Großtonne, einem verankerten
ADCP (Akustischer Doppler-Profilstrommesser)
und zwei verankerten konventionellen Strö
mungsmessern in 8 m und 25 m Tiefe (Wasser
tiefe 28 m).
Ziel der Messungen ist:
- der Vergleich mit den an der Großtonne gleich
zeitig gemessenen Strömungsdaten im Rah
men der BSH Monitoring-Aufgaben (Meßnetz),
- die Überprüfung der Strömungsdaten aus dem
operationellen Modell des BSH,
- die allgemeine Verbesserung der Datenbasis
hinsichtlich der Strömungsverhältnisse im Feh
marnbelt. Dies bezieht sich insbesondere auch
auf die Erweiterung der Grundlagenkenntnisse
im Hinblick auf die geplante Querung des
Fehmarnbelts durch eine feste Verkehrsverbin
dung.
Abbildung 12 zeigt ein Ergebnis aufgrund
der ADCP-Messungen vom 12. 4. bis 13. 6. 1995,
wobei hier nur eine oberflächennahe (6 m) und
bodennahe (24 m) Registrierung als progressi
ves Vektordiagramm dargestellt wird. Das
Meßintervall über zwei Monate betrug 10 Minu
ten. Das Diagramm verdeutlicht den relativ star
ken und gleichmäßigen Ausstrom in nordwestli
cher Richtung in der Oberflächenschicht und den
verhältnismäßig geringen Einstrom (in Richtung
Ostsee) in Bodennähe. Hierbei handelt es sich
um eine häufig auftretende Situation gegenläufi
ger Strömungen in Oberflächennähe und am Bo
den im Fehmarnbelt.
Der Vergleich der ADCP-Ergebnisse mit
den gleichzeitigen Meßnetzdaten an der
Großtonne und den konventionellen Strömungs
zeitreihen ergab mit einer Ausnahme eine aus
gezeichnete Übereinstimmung.
Europäisches Rohöl-Erkennungssystem
(European Crude Oil Identification System)
1995 wurde das von der Europäischen Ge
meinschaft geförderte Projekt EUROCRUDE
(European Crude Oil Identification System) ab
geschlossen. An diesem Projekt waren Labora
torien aus sechs europäischen Staaten - unter
wissenschaftlicher Leitung des BSH - beteiligt.
Ziel des Projektes war es, eine Datenbank aller
in Europa geförderten und transportierten
Rohöle und ein computerunterstütztes Klassifi-
zierungs- und Identifizierungsverfahren zu ent
wickeln. Mit diesem Verfahren sollen Ölver
schmutzungen an unseren Küsten rascher und
sicherer als bisher identifiziert werden.
Nachdem zunächst bei den ersten Interkali
brierungen unerwartet große Unterschiede in
den Meßergebnissen der beteiligten Laborato
rien festgestellt worden waren, wurde das Analy
senverfahren (Gaschromatographie-Massen-
spektrometrie-Kopplung) weitestgehend stan
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