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Full text: 49: System Nordsee : 2006 & 2007 : Zustand und Entwicklungen

Zusammenfassungen 
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System Nordsee 
aus Richtungen zwischen SW und NW, außer im Winter 2006, als südöstliche Rich 
tungen dominierten. Die Dünung hatte in allen Jahreszeiten NW-liche Richtung. In 
einem NNW-Sturm am 1. November kam es in der nördlichen und zentralen Nordsee 
zu signifikanten Wellenhöhen über 10 m; vor der ostfriesischen Küste wurden noch 
9,8 m gemessen. 
Wasserstand (S. 137ff.) 
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden an der deutschen Nordseeküste mit Pegeln 
Wasserstände gemessen. Die Pegelmessungen beziehen sich in ihrer Höhe auf geo 
dätische Festpunkte der Landesvermessung und liefern im strengen Sinne also Er 
kenntnisse über relative Wasserstandsschwankungen. 
Aus diesen Messungen lässt sich für den Referenzzeitraum 2006-2007 ableiten, 
dass sich weder die Gezeiten, noch die Anzahl von Sturmfluten oder gar der mitt 
lere relative Meeresspiegel signifikant verändert haben. Veränderungen der Gezei 
tenhübe, -höhen und -phasen fließen in die jährliche Produktion der Gezeitentafeln 
des BSH ein. Die Veränderung des relativen mittleren Meeresspiegel liegt weiter im 
Rahmen des langjährigen Anstiegs von etwa 20 cm pro Jahrhundert und die Anzahl 
der Sturmfluten lag etwas über dem Mittel der Jahre 1951 -2007, es gab aber auch 
schon Jahre mit mehr als zweifacher Häufigkeit. Bei der Anzahl von Sturmfluten in den 
einzelnen Jahren spielt in hohem Maße der Zufall eine Rolle, denn bei Sturmfluten 
müssen Zeitpunkt des Sturmhöhepunktes und Gezeitenphase zueinander passen. 
Temperatur (S. 142 ff.) 
Das Jahresmittel der Nordseeoberflächentemperatur lag in beiden Jahren auf der erst 
mals 2002 erreichten Rekordhöhe von 11,0 °C. Die mittlere Temperatur für die Zeit 
spanne von Juli 2006 bis Juni 2007 übertraf diesen Höchstwert nochmals um 0,6 K 
und lag damit um 3,7 Standardabweichungen über dem klimatologischen Jahresmittel 
der Basisperiode 1971 - 1993 von 9,9 °C. Innerhalb dieser extremen Warmphase, die 
für die Nordhemisphäre die wärmste 12-monatige Periode seit mindestens 130 Jahren 
darstellt, vollzog sich der jahreszeitliche Temperaturgang auf einem nahezu beständig 
um 1,7 K - in der Deutschen Bucht sogar um 2,7 K - über der Klimatologie liegenden 
Niveau. Auslöser der Warmanomalie war eine europaweite Hitzewelle im Juli 2006. Ihr 
langlebiges Fortbestehen war Ergebnis verfestigender, teils intensivierender Fakto 
ren, von denen die starke S-liche Anströmungskomponente ab September, das extre 
me Sturmaufkommen von Oktober bis März, die außergewöhnlich hohe Einstrahlung 
im April bei beständigem Hochdruck und ein sommerartig schwachwindiges Frühjahr 
2007 besonders nennenswerten Einfluss ausübten. 
Nach einem insbesondere in den östlichen Seegebieten tendenziell zu kaltem Früh 
jahr wurde während der Gesamtaufnahme der Nordsee im August 2006 eine außer 
gewöhnlich warme Deckschicht vorgefunden, die jedoch von so geringer Mächtigkeit 
war, dass Wärmeinhalt (1,520 x 10 21 J) und Volumentemperatur (10,4 °C) ähnlich 
gering ausfielen wie zuletzt im August 2002. Im Unterschied hierzu wurden im Au 
gust 2007 eine sehr mächtige Deckschicht und gleichzeitig annähernd normale Ober 
flächentemperaturen angetroffen. Bezogen auf mittlere Schichtungsverhältnisse des 
vergangenen Jahrzehnts waren die Temperaturen oberhalb 20 m um 1 - 2 K zu kalt, 
diejenigen im Tiefenbereich 20-40 m entsprechend zu warm. Im Vergleich mit den 
Verhältnissen im August 2006 verschärft sich dieser Kontrast auf 2 - 3 K.
	        
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