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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Kleine Notizen. 
Gaederitz sen. & Co. zu Lübeck ist der Dampfer „Lübeck“ den Flufs Kotei 
bis zur Stadt Tengarung, der Residenz des Sultans, hinaufgedampft, und giebt 
es daselbst Kohlenminen, die von einer holländischen Gesellschaft durch deutsche 
Arbeiter betrieben werden und bessere Kohlen fördern, als die Minen zu Labuan. 
10. Bemerkungen über den Darwin-Kanal. Chonos-Archipel. 
Chile. („Hydrographie Notice“ 2. London 1890.) Der Darwin - Kanal *) ist 
allen übrigen Fahrwassern im Chonos Archipel wegen seiner geringen Anzahl 
von Krümmungen, und weil er an jedem Ende einen guten Ankerplatz hat, 
vorzuziehen. Der äufsere Ankerplatz ist dio Rhede von Vallenur, a ) und der 
innere der Hafen Lagunas. Von aufsen kommend, sind das Kap Tr es Montes, 
sowie die Inseln Vallenar und Analav gut zu erkennen, auch ist die Einfahrt 
selbst an ihren steil abfallenden Felswänden auszumachen. Vor der Einfahrt 
liegen keine Inseln und Klippen. Ungefähr 2 Sm NNW74W von der südlichen 
Einfahrtsspitze, der Spitze Alfred, beträgt die Wassertiefe 64 m, Sandgrund. 
Der Kanal erstreckt sich die ersten 7 Sm nach OSO, biegt dann auf 67a Sm 
nach ONOV^O und führt so gegen eine weifse 3 m hohe Felseninsel, welche 
man an St-B. behalten mufs. Alsdann läuft der Kanal fernere 3 Sm nach 
ONO72O, 10‘/2 Sm nach SOzOViO und schliefslich 8 Sm nach 0N07i0. 
Ungefähr 15 Sm ostsüdöstlich von der Spitze Alfred ist an der Nordküste 
des Kanals ein Ankerplatz, -welcher Port Italiano benannt worden ist; derselbe 
ist durch die Inseln Schiaffino vor den vorherrschenden Westwinden und den 
in der Nachbarschaft so heftig auftretenden Böen vollkommen geschützt. Die 
Höhe der Schiaffino-Inseln beträgt 12,2 m und die Wassertiefe auf dem Anker 
platz 49 bis 60 m, Schlammgrund. Dieser Ankerplatz ist der einzige zwischen 
Port Yates und Lagunas. 
Die nach Lagunas bestimmten Schiffe müssen ostwärts von den Inseln 
Barba, Pescetto und Santa Maria passiren; auf der letzteren Insel ist eine grofse 
weifse Bake als Landmarke für den Hafen errichtet. Ungefähr in der Mitte 
zwischen der Spitze Genova und der Insel Barba liegt eine Klippe mit 4 m 
Wasser, welche nicht mit Seegras bewachsen ist. 
Der an der Westseite der südlichen Einfahrt zum Moraleda-Kanal liegende 
Ankerplatz ist grofs, gut geschützt und für sehr grofse Schiffe verwendbar. 
Das italienische Schiff „Vettor Pisani“ ankerte daselbst auf 22 in Wasser, Sand 
und Muschelgrund. Gutes Wasser, Brennholz und Fische waren vorhanden. 
Einwohner wurden nicht gesehen. 
Im Darmn-Kanal setzt die Fluth ostwärts und die Ebbe westwärts; zur 
Zeit der Springzeit erreicht der Gezeitenstrom eine Stärke von 17s Sm die 
Stunde. Zwischen der Insel Marcacci und der Spitze Macchia Lunga ist die 
gröfste Stromstärke von 37s Sm beobachtet worden. 
11. Bemerkungen über den Hafen von Papietd. Insel Tahiti. 
Gesellschafts-Inseln. („Kundmachung für Seefahrer“ 34/1047 Pola 1890.) 
Nach einem Bericht des Kommandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes 
„Fasana u , Linienschiffs-Kapitän Rudolf Berghofer, kommt beim Anlaufen 
von Papiete * 3 ) von Osten aus auf gröfsere Entfernung der Leuchtthurm auf der 
Spitze Venus zuerst in Sicht. Eine weitere Erkennungsmarke ist der Diadem- 
Borg, dessen zackige Spitzen sofort auffallen. Papiete selbst wird durch den 
hohen spitzen Thurm der katholischen Kirche und durch die weifse Landmarke 
unterhalb Red Peak kenntlich. 
In der Hafeneinfahrt lagen keine Tonnen aus, auch ist die Neubetonnung 
des Hafens noch nicht durchgeführt (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1890 N0. 1116). 
Von Osten kommend und ca 174Sm frei von dem Küstenriffe, parallel 
zur Küste laufend, erkennt man erst dann die Baken, wenn man die gut kenntliche 
weifse Landmarke in Süd peilt, worauf die kleine im Hafen gelegene Insel 
Matu uta, welche mit Kokospalmen bedeckt ist, fast in der Deckpeilung mit 
der weifsen Landmarke in Sicht kommt. 
Die Obelisken und die weifse Pyi'amide sind auf genügende Entfernung 
von See aus zu sehen. 
1) „South America Pilot“, Part II, 1886 Seite 223. 
2) „Nachr. f. Seef.“, 1890 N0. 1181. 
3 ) „South Pacific Directory“, 1884 Seite 63$, und „Pacific Islands“, Vol. 3, 1886 Seite 29.
	        
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