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Full text: 48: Beobachtungen auf den deutschen Feuerschiffen der Nord- und Ostsee im Jahre 1978 sowie Monatsmittelwerte von Temperatur und Salzgehalt des Jahres 1978

Kleinere Mitteilungen. 
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bunden waren, sich ungewöhnlich weit von der Taifunmitte befanden, Der Durch- 
messer der Mitte betrug nämlich, nach den schwächeren Winden geschätzt, 
ungefähr 35 Sın in der Kursrichtung, und dadurch wird die Änderung der Wind- 
stärke, erst die Abnahme von 11 bis auf 5 B. St. und dann wieder die Zunahme 
bis 11 B. St, erklärlich,. Daß später, als das Schiff sich im rechten hinteren 
Quadranten befand, die größte Stärke des Wirbelsturmes zur Geltung kam, hat 
seine Ursache darin, daß die höchsten Windstärken gewöhnlich hinter der Bahn 
und auf der rechten Seite anzutreffen sind, Bei einem normalen Verlauf des 
Wirbelsturmes würde vermutlich in der Mitte der Depression eine geringere 
Windstärke als im vorliegenden Fall geherrscht haben; außerdem würde die 
Drehung der Winde und ihre Stärkezunahme in einem kürzeren Abstande von 
der Mitte viel schneller erfolgt sein; auch würde sich in einem Trichter von 
geringem Durchmesser die Kreuzsee gefährlicher gestaltet haben, 
Nach der Original-Barographenkurve (Fig. 2) ist von 85 N. am 5. Oktober 
die Abnahme des Luftdruckes mit ziemlicher Gleichmäßigkeit bis zum tiefsten 
Stande von 733.1 mm um 3% V, den 6. erkennbar; der schnellste Fall von 2,5, 
21 und 2.9 mm trat zwischen 8 bis 9b und zwischen 10 bis 11h, 11 bis 12h N. den 
5. Oktober ein, Die Zunahme der Windstärke und des Seeganges von 3b V, den 
5, Oktober an wird an der Barographenkurve durch die dickere und breitere Linie, 
die die Schreibfeder des Instrumentes geliefert hat, ersichtlich; es deutet dies 
auf eine beträchtlich zunehmende Bewegung des Schiffskörpers hin. Nach der 
Kurve setzte der volle Sturm zwischen 4 bis 6 N, ein, er erreichte seine höchste 
Stärke 11 nach B. um 10% N, um dann allmählich wieder abzunehmen. Ein 
ruhigerer Gang des Schiffes und die Abnahme des Seeganges läßt sich auch aus 
der schmaleren Schreibbarometerkurve erst nach 2 V, den 6. Oktober erkennen, 
dann aber gegen 6h V, setzte der Sturm jetzt aus südöstlicher Richtung mit zu- 
nehmender Stärke bis 11 nach B. und entsprechender See wieder ein. Mit den 
auf 0°C, reduzierten Ständen des Quecksilberbarometers und den Aufzeichnungen 
im Tagebuch stimmt die Barographenkurve sehr gut überein. Nach dem Vor- 
übergang des Zentrums erfolgte die Zunahme des Luftdruckes schneller, zwischen 
64 und 10h V, stieg das Barometer rasch, um dann für die nächsten Stunden bis 
8 N. nur um 1 mm stündlich weiter zu steigen; auch beginnt von da ab die 
normale tägliche Periode des Luftdruckes wieder zum Ausdruck zu gelangen. 
Die nachstehende Aufzeichnung zeigt die Ab- und Zunahme des Barometer- 
standes an nach den auf 0°C, reduzierten Werten: 
Stumden 
5. Oktober ‘ 
N. 7-—82 8—_9b 9100 10—11b 11—]120 
am —11 —25 =10 =—%1 —29 
6, Oktober 
V. 12.10 125 2.34h 3.—db 4—äh 3—5b G—7h 7—8l S-—0b 
mm —1LT —135 —04 10 4+10 +04 33 432 +87 
N. 13—1bB 1—2h 231 Bl 4—3l 
am 10 L09 +07 08 ARE 
Die Dauer des Sturmes betrug 18 Stunden; davon befand sich das Schiff 
etwa 3 Stunden in der Zentrumsmitte bei abnehmender Windstärke, und 6 Stunden, 
von 6 bis 123 V., lag es beigedreht. Mit orkanartiger Stärke wehte der Wind 
zwischen 1% bis 12° N. den 5. und 8 bis 9k V. den 6. Oktober, a 
Eine spätere Erkundigung beim Observatorium in Zikawei über die Ent- 
stehung und den weiteren Verlauf dieses jedenfalls erst in der Entwicklung be- 
griffenen Taifuns hat zu keinem sicheren Ergebnis geführt. Mit Wahrschein- 
lichkeit kam nur angenommen werden, daß der Taifun sich im Chinesischen 
Meere entwickelt und eine NW- bis WNW-Richtung eingeschlagen hat. Dagegen 
hatten sich zur selben Zeit die Anzeichen von dem Herannahen einer neuen 
Depression. östlich von den Philippinen bemerkbar gemacht. Diese zweite 
Depression folgte demnach der Furche tieferen Druckes, also der Bahn des 
Taifuns vom 5. und 6. Oktober, Dieser in kurzem Zeitabstand nachfolgende 
Taifun erreichte am 11. Oktober früh Hongkong. M. Pr.
	        
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