Neptuns Rede
Ein wässriger Dank Dir, Herr Kapitän,
Dafür, daß hier an der Reling nun stehn
Gefesselt, damit keiner entkommen kann
Die garstigsten Stücke, Mann für Mann,
Die man auf diesem Floß nur findet.
Wie wär’s, wenn Ihr sie noch fester bindet?
Ich mag nun nicht länger mehr höflich erscheinen
Mir ist zum Heulen! — Mir ist zum Weinen!
Mir ist zum Rasen! — Mir ist zum Fluchen!
Schon wieder muß ich den Dampfer besuchen,
Der seit vielen Wochen ohne Scham und promt
Uns immer erneut in die Quere kommt!
Der über Wasser zwar weiß ist und stolz,
Doch unten hat Löcher verstopft mit Holz;
Auf dem gekackt wird ohn Maß und Ziel,
Dem das Lenzen gereicht zum wonnigen Spiel,
Der stündlich Jauche ins Wasser spült
Und dazu mit Lust meinen Äquator durchwühlt.
Was soll denn dies ewige hin und dann her
3°N-2°S$ —-3°N —2°5S, ich mag das nicht mehr!
Schon zweimal wuschen wir sauber die Crew,
Doch ständig kommen neue hinzu,
Die frech vom Norden her reisen heran
Schmutzig Gesindel, das ich nicht anfassen kann!
Die unrein mit nordischem Staub verkrustet
Den Äquator passieren, daß manch Fisch mir schon hustet.
Die völlig verlaust sind, vollkommen verdreckt,
10.000 Quallen sind neulich verreckt.
Drum erneut muß ich schrubben, keiner darf uns schmutzig davon!
Fast ist mir als führt’ ich ’nen Waschsalon.
[ch halt’s nicht mehr aus, ich kann’s nicht mehr sehn,
Gebt mir’n Glas Sekt. ich kann nicht mehr stehn!
Nicht nur Menschen schleppt METEOR ständig nach hier,
Diesmal nahm sie auch Ratten mit von der Pier!
Eine habt ihr am Äquator ersäuft!
Denke ich dran, mir die Gall’ überläuft.
Denn wißt, daß bei eurem greulichen Spiel
Mir das Vieh direkt in mein Tritonshorn fiel.
Ihr benehmt euch wirklich wie die letzten Proleten,
Die unbesockt-dreist feinste Messen betreten,
Die Bilder abreißen von Wänden und Türen
Und auch sonst ein ganz liederlich Leben führen!
Die besser wie Würmer an Äskulapstäben
Gekrümmt und verdorrt, doch nicht hier sollten leben.
Auf diesem Pott versteckt sich manch faules Ei,
Hol’ es Grabowski, schnapp es ein Haı!
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