accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Larsen, J. J.: Über Kompensation und Deviationsbestimmung der Kompasse. 391 
Achse arbeiten, weil die Ablenkung infolge der Erdrotation nicht zu groß werden 
darf, Der kardanisch aufgehängte Kreisel wird nämlich seine Richtung im Raume 
beibehalten. Die erwähnte Ablenkung kann berechnet und wie eine. Korrektion 
entsprechend einer Azimutänderung verwendet werden. . ; 
Der elektrische Kreiselkompaß von Dr. Anschütz-Kämpfe kann selbst: 
verständlich bei dem dargestellten Verfahren verwendet werden, Dies Instrument 
ist indes ein selbständiger Kompaß, der die wahre Nord—$Süd-Richtung zeigt. 
Um dies zu erzielen, ist die Konstruktion kompliziert und kostspielig geworden, 
was ein wesentliches Hindernis für deren allgemeine Anwendung als. Regulator 
für magnetische Kompasse werden wird, 
Ein Verfahren zur Auswertung astronomischer Ortsbestimmungen 
im Ballon bei Nacht. 
Von Dr. A. Leick-Berlin, 
(Hierzu Tafel 22.) 
Im 13. Hefte der »Deutschen Zeitschrift für Luftschiffahrt« vom Jahre 1910 
habe ich ein von meinem Bruder Dr. W. Leick und mir vorgeschlagenes Ver- 
fahren zur astronomischen Ortsbestimmung im Ballon bei Nacht beschrieben, 
das in der Praxis mit gutem Erfolg verwendet werden konnte, Inzwischen haben 
wir nun für eine ausreichende Anzahl von Fixsternen die nötigen Berechnungen 
und Zeichnungen ausgeführt, so daß sich unser Verfahren nunmehr zu jeder 
Nacht- und Jahreszeit verwenden läßt. ; 
Außer dem Polarstern werden die folgenden sieben Fixsterne benutzt: 
Beteigeuze (@ Orionis), Procyon (@ canis min.), Regulus (a leonis), Denebola 
(8 leonis), Arkturus (@ Bootis), Atair (@ aquilae) und Sirrah (@ Andromedae). Im 
folgenden gebe ich eine Erläuterung der Tafeln und ihrer Verwendung, Die bei- 
gefügte Tafel 22 gibt die Tafel I (Beteigeuze) im Maßstabe 1:2 des Originals wieder. 
Aus dem sphärischen Dreieck Zenit-Pol-Stern erhält man die Gleichung 
sin h=sin g sin $ + cos g cos 6 cos t, 
worin h die Höhe des Sternes, d seine Deklination, t sein Stundenwinkel und © 
die geographische Breite des Beobachtungsortes ist. Für jeden Fixstern (d= 
constans) und für jede einzelne geographische Breite (9 = constans) ist t eine 
Funktion der einzigen Veränderlichen h. Da die Sternzeit & = a-t ist, und 
die Rektascension @ für jeden Fixstern ebenfalls als eine Konstante betrachtet 
werden kann, so ist & nur noch von der einen Veränderlichen h abhängig. Der 
Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen, also der Ortssternzeit x und 
der Sternhöhe h eines Fixsternes ist es, der in unseren Tafeln graphisch dar- 
gestellt wird. I 
Jede Tafel gilt für einen bestimmten Fixstern z. B. Tafel I für Beteigeuze. 
Jede der sechs Kurven entspricht einer bestimmten Breite vv = 46°, 48°, ... 56°. 
Als Abszissen sind die Ortssternzeiten 4, aufgetragen, und zwar so, daß 1 mm 
einer Zeitminute entspricht; als Ordinaten (am linken und rechten Rande der 
Tafel) die Sternhöhen h, wobei 1 mm ein Zehntelgrad bedeutet. Neben den 
Höhen sind außerdem rechts die durch die Refraktion bedingten Berichtigungen 
angebracht. 
Nun gehören zu jedem Wert von h zwei verschiedene Werte von d,, je 
nachdem der Stern am Osthimmel oder Westhimmel steht, ob sein Stundenwinkel t 
negativ (östl.) oder positiv (westl.) ist. Da aber Aufstieg und Niedergang des 
Sternes symmetrisch zum Meridian erfolgt, kann man dasselbe Kurvenstück für 
beide Seiten des Himmels verwenden. Darum sehen wir auf der Tafel zwei 
verschiedene Zählungen für 3x, angebracht, die eine am unteren Rande, die 
andere oben. Die untere Zählung gilt für die Beobachtungen östlich vom Meri- 
dian und schreitet in der durch den Pfeil angedeuteten Richtung von links nach 
Ann, d. Hydr. usw. 1911, Heft YI.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.