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Metadata: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1905. 
der Strecke von etwa 3 Breitengraden nach Norden sich bedeutend erwärmen 
und seinen Salzgehalt bedeutend erhöhen! 
Gewisse Deutungen der Beobachtungen sind sogar offenbar unmöglich. 
So fand man auf der Station Nr. 51 die Strömung an der Oberfläche nach 
SWzS bei einer mittleren Geschwindigkeit von 8 m und die Bewegung des 
oberen Schwimmers beim Herablassen des unteren Gefäßes bis zu 50 m nach 
NNW mit der Geschwindigkeit von 6 m, Dr. Breitfuß schließt daraus, 
daß der Strom in der Tiefe von 50 m nach NW mit einer Geschwindigkeit 
von etwa 14 m ging.!) Dies ist aber einfach unmöglich. Die Kombination von 
zwei Bewegungen nach SWzS und nach NW kann wohl keineswegs eine Be- 
wegung in der Richtung nach NNW hervorrufen. Man kann aus diesem 
Beispiel ersehen, wie wenig die Schlußfolgerungen von Dr. Breitfuß in betreff 
der Strömungen zuverlässig sind. 
Kaum sehr glücklich kann man die von Dr. Breitfuß benutzten Methoden 
bei der Konstruktion der hydrologischen Schnitte bezeichnen, Der Verlauf 
der Isothermen und der Isohalinen auf diesen Schnitten ist ziemlich willkürlich 
und entspricht schlecht der Verteilung von Temperatur und Salzgehalt. 
Außerdem finden wir auf den Schnitten den Salzgehalt von über 35 pro Mille 
mit zwei Dezimalen, während die Salzgehalte von unter 35 pro Mille bis zur 
nächsten ersten Dezimale »abgerundet« werden, Aus der Arbeit kann man keinen 
Grund dafür ersehen. Es sei noch bemerkt, daß durch das »Abrunden« eine 
neue Fehlerquelle nutzlos eingeführt wird; z, B. die Salzgehalte von 34.94 und 
34.96 pro Mille verwandeln sich in 34.9 und 35 pro Mille und die Differenz 
von 0.02 pro Mille in 0.1 pro Mille (also fünfmal größer). Durch solches 
Verfahren werden gewisse interessante Details der Verteilung des Salzgehalts 
wesentlich verwischt, wie man beim ersten Schnitt sich überzeugen kann. 
Außer den gewöhnlichen hydrologischen Schnitten finden wir im Bericht 
auch sogenannte dynamische Schnitte nach der Methode von Helland-Hansen 
und Sandström. Wie wir aus der Abhandlung von Dr. Breitfuß in Peter- 
manns Geogr. Mitteilungen ersehen, sind diese dynamischen Schnitte von 
Helland-Hansen konstruiert worden, welcher dem Verfasser die Resultate der 
Berechnungen »als Beispiele zur Demonstrierung seiner und Sandströms 
Methode« mitteilte.”) 
Ohne mich in weitere Einzelheiten einzulassen, gehe ich zu den allge- 
meinen Resultaten des hydrologischen Teils des Berichts über. Hier finden 
wir sehr wenig Neues, Das allgemeine hydrologische Bild des Barents-Meeres, 
das System der Strömungen usw. waren schon früher festgestellt worden.‘) 
Dr. Breitfuß wiederholte in seinen allgemeinen Schlußfolgerungen (ohne direkte 
Angabe der Quelle) hauptsächlich das, was schon früher veröffentlicht 
worden war. 
Der wichtigste mittlere, südliche und südöstliche Teil »seiner« Karte 
ist mit unbedeutenden Veränderungen aus der (vorläufigen) Karte im ersten 
Band der Berichte der Expedition entnommen, und wir bemerken keine weitere 
Bearbeitung des betreffenden Materials. Im nordöstlichen Teil der Karte hat 
der Verfasser, wie wir oben sahen, u. a. den Verlauf der warmen Strömung 
in ganz unrichtiger Weise angegeben. Der nordwestliche Teil der Karte ist 
ebenfalls keineswegs befriedigend. Der Golfstrom an der Westküste von 
Spitzbergen wird bloß bis etwa 78° N fortgesetzt, das ganze Gebiet der 
Flachsee bei der Bären-Insel und Hoffnungs-Insel wird von Fortsetzungen des 
Golfstroms bedeckt usw. Dr. Breitfuß behauptet, daß seine Karte im gegen- 
wärtigen Augenblick die vollständigste ist; dies wiederholt er auch in seiner 
in Petermanns Mitteilungen veröffentlichten Arbeit. Dr. Breitfuß weiß selbst, 
daß dies nicht der Fall ist. da sehon bedeutend früher, als sein russischer 
298 
‚ Vergl. Petermanns Geogr. Mitteilungen S. 40. 
Hu. ce. 8, 39. . 
3 N. Knipowitsch. Expedition für wissenschaftlich-praktische Untersuchungen an der 
Murman-Küste. Bd. I, 1902 (russisch mit deutschem Auszug). Mit einer Karte. 
N. Knipowitsch. Zur Kenntnis der geologischen Klimate. Verhandlungen der Russ. 
Mineralogischen Gesellschaft 1903. Mit einer hydrologischen Karte.
	        
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