Immler; W.: Kurze Kurs- und Distanztabelle für Mitteleuropa,
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Kurze Kurs- und Distanztabelle für Mitteleuropa.
Bei längeren Überlandflügen stellt sich das Bedürfnis heraus, schnell und
sicher den zu wählenden Kartenkurs zwischen zwei Orten (Weg über Grund),
sowie deren Entfernung zu’ bestimmen. . Man kann das so machen, daß man auf
einer größeren Übersichtskarte die gewählten Orte verbindet und an einem
mittleren Meridian den einzuschlagenden Kurs abliest, Dieses Verfahren wäre
ginwandfrei, wenn dabei Seekarten in Anwendung kämen, die aber für solche
Zwecke, wo es daneben noch auf. Terraindarstellung ankommt, noch nicht ge-
zeichnet sind, so daß als Kartenmaterial meist nur äquidistante oder azimutale
Projektionen verwendet werden. Für die Zwecke der reinen Kursbestimmung
ist, wenn sie einigermaßen genau werden soll, dies Verfahren weniger zuträglich.
Bei dem Mangel geeigneter Karten wird es daher vorteilhaft sein, für die Be-
stimmung von Kursrichtung und Berechnung der Distanz zur Erzielung ein-
wandfreier Bestimmung von zeichnerischen Methoden in unzulänglichen Karten
(die wegen ihrer Anschaulichkeit an sich den Vorzug verdienen) abzusehen und
dafür eine möglichst kurze rechnerische Lösung an die Stelle: zu setzen, da-
bei.als Voraussetzung die Entnahme von Breite und Länge der Orte aus irgend-
welcher Karte oder. sonstiger Zusammenstellung fordernd. Es kommt lediglich
die Bestimmung des loxodromischen Kurses in Frage, da für Flugzeuge die
Wahl orthodromischer Kurse wegen der relativ geringen Entfernungen und der
Unbequemlichkeit doch nicht durchführbarer Kursänderungen einstweilen aus-
geschlossen ist, ;
Die Berechnung aus dem gewöhnlichen Kursdreieck, wie sie der Seemann
vornimmt, wird insofern einer kleinen Anderung zu unterwerfen sein, als die
Ortsbestimmung nach Breite und Länge zweckmäßig die Bogenminüte als Ein-
heit erfordert, dagegen Entfernungsbestimmungen in Kilometern auszudrücken
sind. Für das von einem Flugzeug beherrschte Aktionsgebiet genügt auch eine
geringere Auswahl von Mittelbreiten, so daß sich die wenigen erforderlichen
Zahlen in eine kurze Tabelle zusammenstellen lassen, Eine solche ist diesen
Ausführungen für die Mittelbreiten 50°—54° beigesetzt.
Die ersten Spalten der dreiteiligen Tabelle bedeuten die Kurswinkel von
0°—90°, die Tafelwerte den Ausdruck sec mm ' tg a = z hier ist m die Mittel-
breite (arithmetisches Mittel der Breiten des Startortes und des Zielortes), «' der
Kurswinkel, + der Längenunterschied und b der Breitenunterschied, beide in
Minuten. Da der Bruch Tr aus den gegebenen Zahlenwerten (Breiten und Längen
von Start- bzw. Zielort) leicht zu berechnen ist, so ergibt ein Eingang dieses
Bruches in die Tabelle bei der entsprechenden Mittelbreite sofort mit hinreichender
Genauigkeit den Kurswinkel. Die. letzte Spalte in der dreiteiligen Tabelle gibt
jeweils einen Faktor fg, mit dem der Breitenunterschied b zu multiplizieren ist,
um die Distanz in Kilometern zu erhalten; der Faktor fz ist demnach gleich
1.852 - sec a; dieser Faktor ist geeignet für Kurswinkel bisszu 60°. Von da an
empfiehlt sich, die Distanz aus. der Abweitung a =1cos gm durch Multiplikation
mit cosec @ zu gewinnen; -es ist daher bei jeder Mittelbreite der Faktor fr,
=1,852 - COS m COsec # angegeben, mit dem der Längenunterschied (in Minuten)
zu multiplizieren ist, um die Entfernung. in Kilometern zu erhalten.
Es ist ersichtlich, daß die Tabelle leicht für andere Breiten erweitert
werden, daß sie ferner an Dezimalstellen für viele Zwecke noch gekürzt werden,
und daß sie auch Verwendung finden kann für die Seefahrt auf entsprechenden
Breiten, z. B. für die Fahrt zwischen England, Deutschland, Niederlande.
Über die ‚Bestimmung des Kurses in den vier Quadranten aus dem der
Tafel entnommenen Kurswinkel ist noch folgendes zu bemerken: Man bezeichne
den Breitenunterschied mit dem positiven Zeichen, wenn vom Startort zum
Zielort nach Norden zu gehen ist, und den Längenunterschied mit dem positiven
Zeichen, wenn er nach Osten zu zählen ist. Dann ist der Kurs aus der nach-
stehenden Zusammenstellung (S. 95) zu entnehmen: