accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Jahresbericht 1936

10

Das  zweiundsechzigste  Jahr  der  Deutschen  Seewarte,  1936.

Die  Sammlung  von  Beobachtungsmaterial  erreichte  zwar  noch  nicht  ihren
Abschluß,  doch  wurden  wesentliche  Lücken  geschlossen.  Neue  Beiträge  bzw.
Nachträge  liefen  ein  von  Japan,  aus  britischem  und  italienischem  Kolonialgebiet,
von  Griechenland,  Holland,  der  Sowjetunion,  Französisch-West-  und  Äquatorialafrika, ­
  Niederländisch-Indien,  der  Türkei,  Lettland,  Island,  Grönland.
Die  Zahl  der  Vorbestellungen  des  Kartenwerks  wurde  durch  weitere  Umfragen ­
  erhöht,  so  daß  jetzt  Aufträge  auf  rund  140  Exemplare  vorliegen.
Die  dankenswerte  finanzielle  Hilfe  der  Internationalen  Polarjahrkommission
erlaubte  den  Abschluß  der  Vorarbeiten,  u.  a.  Fertigstellung  von  90  000  Kartenunterdrucken ­
  für  die  Gesamtauflage,  und  die  Einstellung  und  Einarbeitung  von
Zeichenpersonal  für  die  Herstellung  der  Wetterkarten-Originale.
Nach  Erprobung  des  Zeichen-  und  Druckverfahrens  der  Wetterkarten
(Lichtkopie),  der  Festlegung  des  Eintragungsschemas  und  Stationsmodells,  nach
Sichtung  des  Materials  und  Auswahl  der  Stationen  wurde  die  Anfertigung  der
Wetterkarten-Originale  begonnen,  an  der  seit  dem  Herbst  des  Berichtsjahres
4  Zeichner  beschäftigt  sind.
Die  erste  Kartenfolge  (August  1932)  war  am  Ende  des  Jahres  fast  fertiggestellt, ­
  so  daß  mit  1937  die  Ausgabe  der  Teillieferungen  beginnt.

Gruppe  W/Kl.  Maritime  Klimatologie.
a)  Organisation.  Beschaffung  von  Beobachtungsmaterial.
Das  Wetterbeobachtungsnetz  der  deutschen  Feuerschiffe  wurde  in  der
Ostsee  vermehrt  durch  Heranziehung  der  Feuerschiffe  Kiel  und  Flensburg  zum
regelmäßigen  Beobachtungsdienst  (ab  1.  Juli).  FSch.  Elbe  1  kenterte  in  dem
schweren  Sturm  am  27.  Oktober,  wobei  die  gesamte  Besatzung  den  Seemannstod
fand.  Das  Instrumentarium  ging  verloren.  Das  als  Ersatz  ausgelegte  Feuerschiff ­
  ist  mit  neuen  Instrumenten  versehen  worden;  die  Beobachtungen  wurden
alsbald  wieder  aufgenommen.  Die  FSch.  Borkumriff  und  Amrumbank  wurden
im  August  probeweise  mit  registrierenden  Windgeschwindigkeitsmessern
(Schälenkreuz-Kontaktanemometern)  ausgerüstet;  deren  Aufzeichnungen  werden
zunächst  noch  nicht  für  die  Meldungen  im  Wetterdienst  benutzt 1 ).  Da  bei  windschwachem ­
  Strahlungswetter  auf  Schiffen  die  Lufttemperatur  in  fest  aufgestellten ­
  Thermometerhtitten  vielfach  zu  hoch  bestimmt  wird  (wegen  des  verfälschenden ­
  Schiflseinflusses),  wird  auf  den  Feuerschiffen  jetzt  zur  Messung  der
Lufttemperatur  ein  neues  Schleuderthermometer  mit  Strahlungsschutz  verwendet ­
 2 ).  Ein  neues  Beobachtungstagebuch  wurde  für  die  Feuerschiffe  entworfen ­
  und  ausgegeben  (Benutzung  ab  1.  Januar  1937).
Bei  der  Beobachtungswarte  1.  Ordnung  am  Seewartengebäude  in  Hamburg
wurde  an  den  Mehrfach-Temperaturschreiber  ein  neues  Widerstands-Thermometer ­
  im  Garten  und  ein  anderes  auf  den  Landungsbrücken  zur  Registrierung
der  Elbe-Wassertemperatur  angeschlossen.  Durch  eine  Neuvermessung  ist  die
Höhe  des  Barometers  über  N.  N.  zu  39.7  m  (statt  40.3  m)  bestimmt  worden.
Die  Nebel-  Beobachtungen  im  Unterelbe-Gebiet  wurden  unverändert  fortgesetzt. ­

Die  Dienstanweisung  für  die  Wind-  und  Sturmwarnungsstellen
an  der  deutschen  Küste  wurde  in  der  7.  Ausgabe  (die  jetzige  6.  Ausgabe  stammt
von  1926)  neu  bearbeitet.  Mit  dem  Inkrafttreten  der  neuen  Dienstanweisung
wird  auch  ein  neu  entworfenes  Tagebuch  zur  Aufzeichnung  von  Wind  und
Wetter  ausgegeben  werden.

*)  Vgl.  E.  Kuhlbrodt,  Ann.  d.  Hydr.  1936,  S,  358—60,  und  2.  Köppen-Heft,
S,  14—23  (unter  Mitarbeit  von  W.  Leistner).
2 )  Vgl.  E.  Kuhlbrodt,  Ann.  d,  Hydr.  1936,  S.  57—60.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.