accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Brennecke, W.: Ergebnisse d. norwegischen Untersuchungen 1900/04 im Europäischen Nordmeer, 367 
daß die große seitliche Ausdehnung des Küstenwassers im Sommer mit einer 
geringen Tiefe (50 m) verbunden ist, während im Winter die Tiefe über 100 m 
beträgt. 
Xap. IX. Die polaren Strömungen. ; 
Zur Kenntnis der polaren Strömungen des Nordmeeres haben namentlich 
die Arbeiten Amundsens 1901, bearbeitet von Nansen, und die Arbeiten der 
»Belgica« 1905, bearbeitet von Koefoed und Helland-Hansen, beigetragen. 
Die‘ Veröffentlichungen sind in dieser Zeitschrift schon von P. Perlewitz’) 
und G. Schott®) referiert worden, so daß ich hier nur einige Ergänzungen und 
die Hauptschlußfolgerungen aus der neuen Bearbeitung anführe. 
Die Verfasser unterscheiden drei Strömungen, die polares Wasser in das 
Nordmeer führen: den Bären-Insel-Polarstrom, den Spitzbergen-Polarstrom und 
den Ostgrönland-Polarstrom. Die erstgenannte Strömung, die aus der Barents- 
See entlang des Südabfalls der Bären-Insel-Bank in das Nordmeer gelangt, ist 
nur unbedeutend in ihrer räumlichen Ausdehnung, kann jedoch für das Gebiet 
von Bedeutung werden, da sie oft schweres Eis hierher führt, Wahrscheinlich 
wird die Strömung stark beeinflußt durch die meteorologischen Verhältnisse 
bezw. durch den Andrang atlantischen Wassers; die vorliegenden Beobachtungen 
über die Strömung sind nur sehr gering. 
Der Spitzbergen-Polarstrom fließt ent- 
lang der Südostküste von Spitzbergen und 
Edge-Insel nach Südwesten, rundet das Süd- 
kap und fließt sodann entlang der Westküste 
nach Norden. Da der Schelf auch nur flach 
ist, so ist die Strömung ebenso wie der 
Bären -Inselstrom hauptsächlich eine Ober- 
Mächenströmung, die aber gleichfalls durch 
die großen Eismengen, die sie zuweilen mit 
sich führt, hier für die Schiffahrt von Be- 
deutung wird, Beide Strömungen führen an 
der Oberfläche ziemlich salzarmes, kaltes 
Wasser, das in der Tiefe höheren Salzgehalt 
aufweist; beide unterliegen z. T. der Mischung 
mit atlantischem Wasser. : 
Der Ostgrönland-Polarstrom weist in 
der vertikalen Verteilung seiner Temperatur 
und seines Salzgehalts, wie sie hauptsächlich 
durch die »Belgica« festgestellt wurde (vgl. 
Schott 1. c.), auch in der warmen Zwischen- 
schicht, die das kalte Polarwasser unter- 
lagert, eine so gute Übereinstimmung mit 
den. Beobachtungen Nansens im Nordpolar- 
becken auf, daß die Verfasser daraus den 
Schluß ziehen; daß diese Zwischenschicht in beiden Gebieten auf einen ge- 
meinsamen Ursprung zurückgeht. Dieser Ursprung sei zu suchen im Spitz- 
bergen-Atlantischen Strom, der einen Zweig nach Westen aussendet (in etwa 77 
bis 78° N-Br.), welcher unter den Grönland-Strom sinkt, und einen anderen in 
das Nordpolarbecken, der hier das leichtere Oberflächenwasser unterlagert 
(vgl. Fig. 7). Der Ostgrönlandstrom entsendet bei seinem Laufe südwärts des 
Steilabfalls der grönländischen Ostküste zwei Ausläufer; einerseits zweigt Nord 
von Jan Mayen ein Teil der Strömung nach Osten ab und schließt so die 
Zirkulation in der Grönland-See®) andererseits teilt sich die Strömung vor dem 
Island-Grönland-Rücken, indem längs des Steilabfalls von Nordisland der ost- 
isländische Polarstrom nach Osten sich abzweigt, . Die Verfasser erklären die 
Fig. 7. 
) »Ann. d. Hydr. usw.« 1908, 5. 147 ff. 
?) Ebenda 1910, 104 ff. ; 
3) Veal,: »The Norwegian Sea«, Fig, 93: S. 283.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.