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Full text: Das Deutsche Hydrographische Institut und seine historischen Wurzeln

Vollendung des Seekarten- und Seehandbuchwerkes einen 
festen Plan aufzustellen. Er war allerdings weniger umfang- 
reich als der ursprüngliche und auch nur in längerer Zeit zu 
verwirklichen. Er rückte den Bedarf der Handelsmarine 
stärker noch als früher in den Vordergrund. Beim 75-jährigen 
Bestehen des Seekartenwerkes im Jahre 1936 konnte man 
bereits wieder einen Stand von 849 Seekarten vorweisen. 
Seit dem Jahre 1935 entwickelte sich das Seekartenwerk 
durch die ständig größer werdenden Anforderungen von 849 
Seekarten im Jahre 1936 auf 898 im Jahre 1939 und erreichte 
bis 1944 einen Stand von 1050 Seekarten. 
Von seiner Gründung bis 1943 war das Seekartenwerk in 
Berlin untergebracht gewesen. Im August 1943 mußte es der 
wachsenden Gefährdung wegen nach Kaufbeuren im Allgäu 
verlegt werden. Dabei blieb alles nicht unmittelbar benötigte 
Material in Berlin zurück, z.B. die Karten- und Bücher- 
sammlung sowie sämtliche Lithographiesteine. Für den Auf- 
lagendruck in Kaufbeuren wurden Umdrucke von Stein auf 
Aluminium hergestellt. Die bei der Firma Dietrich Reimer in 
Berlin lagernden Originalkupferplatten des Seekartenwerkes 
wurden im Januar 1944 nach Kaufbeuren überführt, als auch 
hier eine Galvanoplastik geschaffen war. Von den großen 
Zerstörungen durch Luftangriffe blieb die in Kaufbeuren be- 
findliche Dienststelle verschont. Soweit es mit dem ver- 
ringerten Personal möglich war, arbeitete man unbehelligt 
weiter. Am 9. April 1945 wurde angeodnet, die karto- 
graphische Bearbeitung und den Seekartendruck für die 
Nord- und Ostsee nach Hamburg zu verlegen, es kam aber 
nur zu zwei vergeblichen Versuchen, 
Als im Juli 1945 die Arbeit in Kaufbeuren wiederauf- 
genommen wurde, mußte sie sich zunächst auf Aufräumen 
und Sichten beschränken. Zuerst waren dann der deutsche 
Minenräumdienst sowie die deutsche Fischerei und Küsten- 
schiffahrt wieder mit Seekarten zu versorgen. Schließlich 
wurde das Seekartenwerk in das Deutsche Hygdrographische 
Institut eingegliedert und im Mai 1946 nach Hamburg über- 
führt. 
Am 1.Januar 1968 bearbeitete das deutsche Seekartenwerk 
954 verschiedene Seekarten, 
Abschließend seien die Namen der leitenden Kartographen 
genannt, die das deutsche Seekartenwerk seit seinem Ent- 
stehen verantwortlich mitgestaltet haben: 
1875—1888 A, Welker, 
1888—1899 Emil Mayr, 
1899—1921 Ludwig Schmidt, 
1921—1931 Georg Zacharias, 
1931— 1937 Karl Werner, 
1937—1955 Richard Dimmler. 
In den Jahren von 1861 bis 1874 war im Seekartenwerk nur 
ein einziger Fachkartograph tätig, so daß man für diese Zeit 
noch nicht von einem leitenden Kartographen sprechen 
kann.
	        
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