Vizeadmiral Georg Freiherr von Schleinitz
17. 6. 1834 —2. 12. 1910
Geboren in Bromberg. Trat 1849 in die preußische Marine ein. 1858 Leutnant
z.S. Nahm 1860—62 als Adjutant. des Geschwaderchefs an der Expedition
nach China, Japan und Siam teil. 1864 Dezernent im Marineministerium.
1869 Korvettenkapitän und Kommandant der „Arkona“, Reise ins Mittelmeer
zur Eröffnung des Suez-Kanals, anschließend nach Westindien, Süd- und
Nordamerika, 1871—74 Dezernent in der Admiralität. Leitete 1874—76 als
Kapitän z.S. die „Gazelle”-Expedition, eine wissenschaftliche Weltumseg-
lung. 1875—86 Vorstand des Hydrographischen Amts der Admiralität. 1883
Konteradmiral, 1886 Abschied mit dem Charakter als Vizeadmiral. 1886-—88
Beauftragter der Deutschen Neuguinea-Compagnie für das gesamte. Schutz-
gebiet. Lebie zuletzt bei Bad Pyrmont.
Im Jahre 1911 waren 50 Jahre seit Errichtung des Hydro-
graphischen Bureaus verflossen. Der Bestand an Karten be-
‘trug damals erst 404, nämlich 190 Karten der Ost- und Nord-
see und des Englischen Kanals, 49 Karten des Atlantischen
Ozeans, 12 Karten des Mittelmeeres, 20 Karten des Roten
Meeres, 44 des Indischen Ozeans, 84 des Stillen Ozeans und
5 Karten verschiedenen Inhalts (Karten der magnetischen
Deklination und Inklination usw.). In den darauf folgenden
Jahren bis zum Beginn des ersten Weltkrieges wurde an
dem Ausbau des Kartenwerkes fleißig weitergearbeitet. Am
1, August 1914, eben vor Ausbruch des Krieges, betrug der
Bestand an Seekarten 508, er hatte sich also im Laufe von
3 Jahren um 104 Karten vermehrt.
Der Krieg mußte die Tätigkeit des Nautischen Departements
und damit auch den weiteren Ausbau des deutschen See-
kartenwerks natürlich stark beeinflussen. Ein Teil des Per-
sonals der für das Seekartenwerk tätigen Privatinstitute
und auch des Nautischen Departements wurde eingezogen.
Der Betrieb selbst mußte jetzt ausschließlich auf den Bedarf
der Kriegsmarine und ihrer Hilfsschiffe eingestellt werden.
Bis zum Ende des ersten Weltkrieges stieg die Zahl der be-
arbeiteten Karten auf 1068.
Mit dem unglücklichen Ausgang des Krieges und dem Ab-
bau der Marine mußte auch das Seekartenwerk erheblich
verkleinert werden, Nach langer mühevoller Arbeit gelang
es 1930 der Nautischen Abteilung, für den Ausbau und die