Zeitdienst
Das Observatorium bestimmte die Zeit mit einem Repsold-
schen Meridiankreis und gab sie durch einen elektrisch aus-
gelösten Zeitball bekannt. Ferner bewahrte und prüfte es
die Schiffs-Chronometer und Beobachtungsuhren und be-
stimmte deren Gang. Nach Vorarbeiten seit 1906 begann
das Observatorium 1910 als erste europäische Station regel-
mäßige Funkzeitzeichen auszustrahlen (Sender Norddeich).
1916 wurde der Zeitdienst an das Marineobservatorium Ost-
ende (Funkstelle Brügge) verlegt und gleichzeitig das In-
strumentarium für ein weiteres, beim Langwellensender
Nauen einzurichtenden Zeitdienst-Institut bestellt. Aushilfs-
weise übernahm es 1917 die Sternwarte Hamburg-Bergedorf,
das Nauener Zeitzeichen abzugeben. Von 1919 an versah die
Deutsche Seewarte den Dienst mit den ursprünglich für
Nauen bestimmten Instrumenten. Sie nahm erfolgreich an
der Internationalen Längenvermessung 1932/33 teil. 1945
ging der Dienst auf das DHI über.
Liste der Vorstände bzw. Direktoren
der Kaiserlichen Observatorien
Marineobservatorium in Wilhelmshaven
1874—1945
Admiralitätsrat Professor Dr. Carl Börgen
Korvettenkapitän a. D. Hans Capelle
Professor Emil Stück
Dr. Kurt Hessen
Dr. Paul Meier
Dr. Günther Böhnecke
1874—1909
1909—1915
1915-—1919
1920—1931
1932—1935
1935— 1945
Kaiserliches
Chronometer-Observatorium in Kiel
1883—1919
Professor Dr. C, F. W. Peters
Korvettenkapitän a. D-
Hans Nees von Esenbeck
Korveltenkapitän a. D. Karl Rotitok
1883—1888
1888— 138389
1900-—1919
Kaiserliches Observatorium in Tsingtau
1903—1915
1908-—1915 Professor Dr. Bruno Mevermann