Nautische Hydrographie
Für das Internationale Übereinkommen über
den Eiswachdienst im Nordatlantik und die nicht
von der Beitragsbemessung betroffenen deut
schen Schiffe zog das BSH Erkundigungen bei
dem Verband Deutscher Reeder ein und berich
tete an das Bundesministerium für Verkehr.
Seewarndienst
Die Seewarndienstzentrale Cuxhaven gab
unter der Fachaufsicht des BSFI 765 Nautische
Warnnachrichten und zwei Decca-Warnnachrich-
ten zur Aussendung über Funk heraus.
Mit Jahresbeginn 1997 entfiel die Aussen
dung nautischer Warnnachrichten über Grenz
welle, da die Telekom den Sprechfunkdienst in
diesem Frequenzbereich über Norddeich Radio
und Rügen Radio einstellte. Im übrigen wird die
Ausstrahlung nautischer Warnnachrichten unver
ändert fortgeführt.
Projekt BAFEGIS
Das BSH wirkte mit an dem vom BMV koor
dinierten, bilateral mit Schweden durchgeführten
Projekt Baltic Sea Ferry Guidance and Informa
tion System (BAFEGIS). Das Projekt zielt darauf
ab, Maßnahmen in der Praxis zu erproben, durch
die die Sicherheit der Schiffsführung für Ro-Ro-
Fahrgastschiffe in der Ostsee verbessert werden
soll. Im Hinblick darauf, daß der Anteil menschli
chen Fehlverhaltens ursächlich für etwa 80% der
Unfälle ist, muß das Schwergewicht auf der Ver
hütung solcher Unfälle liegen. Dies ist durch bau
liche Maßnahmen nicht zu erreichen. Analog zu
den bereits in der Luftfahrt praktizierten Verfahren
werden im BAFEGIS-Projekt landgestützte Dien
ste eingerichtet, durch die:
- eine vollständige Überwachung der Fahrt der
Ro-Ro-Fähren durch die Verkehrszentralen
möglich ist,
- individuell auf die Routen und Fahrpläne der
Fährschiffe abgestimmte Vorhersagen der
meteorologisch-hydrographischen Verhältnisse
gegeben werden.
Auf deutscher Seite wirken zwei, auf schwe
discher Seite eine Fähre mit, die auf der Strecke
Warnemünde - Trelleborg verkehren, sowie eine
weitere schwedische Fähre, die auf der Strecke
Travemünde - Malmö verkehrt. Bei den deut
schen Fähren handelt es sich um das größte
deutsche Ro-Ro-Fahrgastschiff, die Mecklen
burg-Vorpommern, sowie die Hochgeschwindig
keitsfähre Delphi.
Der meteorologisch-hydrographische Infor
mationsdienst wurde zum 2. Juni 1997 in Zusam
menarbeit zwischen Deutschem Wetterdienst,
BSH, Seezeichenversuchsfeld und der Verkehrs
zentrale Warnemünde aufgenommen. Er umfaßt
Vorhersagen des Wetters, der Seegangsparame
ter und der Strömung entlang der Route und ent
sprechend dem Fahrplan, basierend auf den Be
rechnungen numerischer Modelle des Deutschen
Wetterdienstes und des BSH (Abb. 21). Die Da
ten werden automatisch von einem PC der Ver
kehrszentrale Warnemünde vom Deutschen Wet
terdienst, Geschäftsfeld Seeschiffahrt, abgerufen
und per Fax an die beteiligten Fähren übermittelt.
Die bisherigen Erfahrungen haben eine außeror-
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