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Volltext: Jahresbericht 1997

Wasserstand 
Zur Wasserstandsvorhersage in der Ostsee 
werden als Werkzeuge zur Wasserstandsvorher 
sage die beiden folgenden Verfahren eingesetzt: 
- das operationeile Nord-Ostseemodell 
und 
- ein empirisch statistisches Verfahren, das 
- in ähnlicher Weise wie für die Nord 
see - die durch statistische Analyse er 
mittelte Abhängigkeit des Wasserstandes 
an der deutschen Ostseeküste vom 
Windfeld über der gesamten Ostsee 
berücksichtigt. 
Für eine zuverlässige und möglichst genaue 
Wasserstandvorhersage ist es unerläßlich, daß 
die Prognosen anhand von gerade eingetretenen 
Wasserständen geprüft werden, um Trendände 
rungen rechtzeitig zu erkennen und für neue Vor 
hersagen zu verwerten. Dazu werden die Mes 
sungen deutscher Pegel durch das 
WDFÜ-System der WSD zum BSH übertragen. 
Daneben sind auch britische und niederländische 
Pegelregistrierungen notwendig, um die aus dem 
Atlantik einlaufenden Fernwellen zu erfassen. 
Diese erreichen nach ihrem Auftreten bei Aber 
deen etwa 15 Stunden später fast unvermindert 
die Deutsche Bucht. Bei der Wasserstandsvor 
hersage für die Ostseeküste werden aktuelle An 
zeigen von polnischen Pegeln in ähnlicher Weise 
ausgewertet wie an der Nordsee englische Pegel 
messungen. 
Die mit den verschiedenen Werkzeugen er 
stellten Wasserstandsprognosen werden, zusam 
men mit den zur Kontrolle notwendigen Meßwer 
ten, in einem rechnergestützten „Entscheidungs 
hilfesystem“ zusammengefaßt und in einer über 
sichtlichen Form so dargestellt, daß der dienstha 
bende Wissenschaftler die aktuelle Situation be 
werten und eine Entscheidung für eine nach sei 
ner Meinung wahrscheinliche Abweichung von 
einem Mittelwert (in der Nordsee das mittlere 
Hoch- bzw. Niedrigwasser, in der Ostsee das 
Normalmittelwasser) geben kann. Diese Ent 
scheidung (ggf. eine Korrektur früherer Entschei 
dungen) wird zu den festgesetzten Terminen 
durchgeführt. 
Im Jahresmittel 1997 lagen die Hoch- und 
Niedrigwasservorhersagen nur um höchstens 
2,5 cm (Bias) über der Vorhersage. Bei diesem 
kleinen Bias kann man mit gutem Gewissen fest 
stellen, daß bei Cuxhaven 85% und in Hamburg 
82% bis 85% der Hoch- und Niedrigwasservor 
hersagen zwischen ± 20 cm um den eingetre 
tenen Wert lagen. An beiden Orten wichen höch 
stens 2% der Vorhersagen um mehr als 50 cm 
von der beobachteten Höhe ab. 
Analoge statistische Auswertungen wurden 
auch für die Ergebnisse der verschiedenen Vor 
hersagewerkzeuge durchgeführt, mit dem Ergeb 
nis, daß die „Güte“ aller Werkzeuge schlechter ist 
als die Entscheidung des diensthabenden Wis 
senschaftlers (ein Beispiel Ist bei der Beschrei 
bung des operationeilen Windstaumodells gege 
ben). Dieses Ergebnis ist ein Argument dafür, daß 
beim BSH die endgültige Vorhersage durch einen 
Experten gemacht wird. 
■ Verbreitung der Vorhersagen bzw. Warnungen 
Ein wesentliches Element des Entschei 
dungshilfesystems ist, daß bei jedem Termin, 
nach der Entscheidung des Experten, das Ergeb 
85
	        
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