Meereskunde
- das empirisch statistische Verfahren,
- das operationeile Modell für die Nordund
Ostsee,
- das Windstaumodell und
- das neuronale Netz.
Für das empirisch statistische Verfahren
wurde mit Hilfe multipler Regression aus zwanzig
Jahre langen Zeitreihen der Stau bei Cuxhaven in
Abhängigkeit von Windrichtung, Windstärke, statischem
Lufdruck, dreistündiger Luftdruckänderung,
Lufttemperatur und Unterschied zwischen
Luft- und Wassertemperatur über der Deutschen
Bucht ermittelt.
Das operationeile Nord- und Ostseemodell
(dreidimensional mit drei verschachtelten Gitternetzen
von 20, 10 und 1,8 km Gitterweite) ist
primär zur Berechnung der Strömungen konzipiert.
Es berechnet aber auch die Wassertände
im Gebiet bis zu 36 Stunden im voraus. Es wird
einmal am Tag mit den meteorologischen Prognosen
des Europamodells des DWD angetrieben,
berücksichtigt die Gezeiten mit 14 Partialtiden
und ist an ein einfacheres Modell für den
nordöstlichen Atlantik gekoppelt, mit dem die
Fernwellen aus dem Atlantik berechnet werden.
Das speziell für die Wasserstandvorhersage
konzipierte Windstaumodell (Gitterauflösung 10
km) wird zweimal täglich, sobald neue meteorologische
Prognosen verfügbar sind, eingesetzt. Dabei
wird jeweils eine Rechnung nur mit Gezeitenanregung
und eine zweite mit Gezeiten- und
Windanregung durchgeführt. Aus der Differenz
der beiden Ergebnisse erhält man die Vorhersage
für den (Wind-)Stau. Da bei einem Vorhersagetermin
für die kommenden Hoch oder Niedrigwasser
immer Prognosen von verschiedenen Simulationsläufen
vorliegen, lassen sich aus den Ergebnissen
des Modells Aussagen zur Entwicklung
des Windstaus bei verbesserten meteorologischen
Vorhersagen ableiten. Da das Modell auf
weniger Gitterpunkten als das operationeile Modell
für Nord- und Ostsee rechnet, benötigt es für
eine 72stündige Vorhersage maximal 15 Minuten.
Künstliche neuronale Netze entspringen
dem Wunsch des Menschen, das menschliche
Gehirn in seiner Funktionsweise verstehen und
nachahmen zu können. Aus der Fülle der Netztypen
wurde für die Wasserstandsvorhersage das
zweischichtige, nach dem finnischen Physiker
Kohonen benannte Netz, gewählt. Während der
sog. Trainingsphase hat das Netz aus bekannten
Wind- und Wasserstandsdaten bei Terschelling
und Cuxhaven die Abhängigkeit des Staus bei
Cuxhaven vom Wasserstand bei Terschelling und
dem Wind in der Deutschen Bucht „gelernt“. In
der Abrufphase wird aus der eingegebenen Windprognose
für die Deutsche Bucht und dem aktuellen
Stau bei Terschelling der Stau bei Cuxhaven
abgeleitet.
Da auf den deutschen Revieren, wie z.B. der
Elbe, die mittlere Wassertiefe häufig in der gleichen
Größenordnung wie der Tiefgang der
Schiffe liegt, ist es dort entscheidend wichtig, eine
möglichst genaue Wasserstandsvorhersage bereitzustellen,
um die Leichtigkkeit und Sicherheit
der Schiffahrt zu gewährleisten. Aus diesem
Grund sind für die Wasserstandsvorhersage auf
der Elbe zwei spezielle numerische Modelle entwickelt
worden.
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