Meereskunde
Salzgehaltsbereich von 30 bis 34 PSU die folgen
den Zusammenhänge:
- die Konzentrationen der Nährstoffe neh
men um die Hälfte ab;
- die relative Streuung der Daten verdoppelt
sich.
Als Folge verlängert sich das sog. „Winter
plateau der Nährstoffe“, in dem Konzentrationen
nicht signifikant voneinander abweichen.
Für Silikat und Phosphat bestehen weitge
hend „maximale Winterkonzentrationen“ im Zeit
raum von November bis Mitte März. Für Gesamt
stickstoff einschließlich des gebundenen Stick
stoffes (N) treten die höchsten Konzentrationen
zwischen Dezember und Ende März auf.
Bei dem für die Deutsche Bucht typischen
Salzgehalt von 33 PSU lag die mittlere Phosphat
konzentration im Februar 1997 bei 0,63±0,14
pmol/l und ist damit nicht mehr signifikant ver
schieden von dem Bezugswert aus 1936 mit
0,53+0,13 pmol/l. Entsprechend verhält sich das
Gesamtphosphat (P) mit 0,91 ±1,06 pmol/l 1997
zu 0,88±1,33 pmol/l 1936. Für die Silikatkonzen
tration 1997 mit 12,1 ±4,2 pmol/l gegenüber
10.0±2,8 pmol/l 1936 gilt Entsprechendes. Der
gebundene Stickstoff (NOx) lag bei 19,9±6,2
pmol/l. Hier fehlen zuverlässige Bezugsdaten, die
zeitlich gleich weit zurückreichen.
Der Salzgehalt in der Deutschen Bucht, in
der das nationale marine Monitoring durchgeführt
wird, liegt im Bereich von 31 bis 35 PSU. Dort
kann ein von Jahr zu Jahr vergleichbares Ergeb
nis der Nährstoffsituation gewonnen werden,
wenn für die Probenentnahme der Zeitraum weit
gehend abgeschlossener Remineralisierung des
gebundenen Stickstoffs und einer noch unerhebli
chen Zehrung von Phosphat und Silikat gewählt
wird. Wie aus Abb. 14 ersichtlich ist, liegt die ana
lytische Meßunsicherheit signifikant unter der
natürlichen Streubreite. Durch die angewendete
Monitoringstrategie kann in diesem Seegebiet ein
Unterschied in der Nährstoffsituation verschiede
ner Jahre erkannt werden. Für die mittleren klima
tischen Verhältnisse der Deutschen Bucht be
steht dieser Zustand im Februar, da sich dann die
geringsten Änderungen bei der auf den Salzge
halt bezogenen Nährstoffkonzentration ergeben.
Schlußfolgerungen
Es zeigt sich, daß die natürliche Streuung
der Werte durch die biologische Dynamik be
stimmt wird. Die geringste Streuung besteht von
Anfang Februar bis Mitte März.
Innerhalb des „Winterplateaus der Nähr
stoffe“,, ist dieses Minimum der biologischen Dy
namik für Trendmonitoring, d.h. für den Vergleich
der Daten von Jahr zu Jahr, der geeignete Zeit
raum.
Für den marinen Bereich der Nährstoffüber
wachung ist der Phosphatrückgang heute schon
so weit fortgeschritten, daß er von der Ausgangs
lage 1935/36 nicht mehr signifikant verschieden
ist. Da das Phosphat in diesem Gebiet der limitie
rende Faktor ist, sollte die weitere Diskussion
über eine eutrophierte Deutsche Bucht oder die
Nordsee überdacht werden.
82