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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
Nährstoffe durch das Phytoplankton aufgezehrt 
und erst wieder während der Wintermonate zum 
anorganischen Nährstoff remineralisiert. Dabei 
war seit langer Zeit bekannt, daß die Maxima der 
drei Nährstoffe Phosphat, Silikat und Nitrat 
(einschließlich Ammonium, Nitrit) zu unterschied 
lichen Zeiten während der Winterperiode auftre- 
ten. In der engeren Deutschen Bucht liegt ein 
weitgehend linearer Zusammenhang zwischen 
Salzgehalt und Nährstoffkonzentration vor, so 
daß Vergleiche der Nährstoffkonzentrationen zwi 
schen verschiedenen Jahren nur möglich sind, 
wenn die Konzentration auf einen bestimmten 
Salzgehalt „normiert“ist. 
Nach Beschluß der Arbeitsgruppe ASMO 
(Assessment and Monitoring Committee) der 
OSLO/PARIS-Kommission sollen Nährstoffe als 
Indikatoren für Eutrophierung bzw. Hypertrophie 
rung als „maximale Winterkonzentrationen“ von 
P04, Si04 und (N03 + N02 + NH4) bestimmt 
werden (ASMO 97). Wie diese Forderung unter 
den hydrographischen Bedingungen in der Deut 
schen Bucht sinnvoll erfüllt werden kann, wurde 
mit einer dicht gestaffelten Zeitreihe während der 
vegetationsarmen Periode 1996/97 untersucht. 
Auf einem bis zu 25 Stationen umfassenden 
Meßnetz wurden im Abstand von etwa drei Wo 
chen die Nährstoffkonzentrationen im Wasser un 
tersucht. Der Untersuchungszeitraum schloß 
Teile von Herbst und Frühjahr ein, um die ge 
samte Dynamik während der Wintermonate zu er 
fassen. 
Die Proben wurden über 0,45 pm Polycarbo 
natfilter filtriert und unmittelbar anschließend in ei 
nem Segmented Flow Analyser (SFA) nach den 
Methoden des WOCE-Handbuches untersucht. 
Ammonium wurde nach dem Berthellot-Verfahren 
manuell bestimmt (Grasshoff). Die Proben für N 
und P wurden eingefroren gelagert, im Labor an 
Land nach F. Koroleff aufgeschlossen (Grasshoff) 
und nach den Methoden der SFA quantitativ aus 
gewertet. 
Das in Abb.14 dargestellte Stationsnetz 
wurde wetterabhängig unterschiedlich dicht be- 
probt. Zu dem Grundgerüst der Stationen (in 
Abb. 14 unterstrichen gekennzeichnet) wurden je 
nach verfügbarer Zeit weitere Stationen aufge 
sucht, um die statistische Daten-Basis zu ver 
größern. Im Durchschnitt wurden pro Station drei 
Tiefen beprobt, so daß pro Reise zwischen 50 
und 120 Einzelproben zur Analyse auf die Phos- 
por- und Stickstoffverbindungen sowie auf Silikat 
anfielen. 
Die hydrographischen Bedingungen waren 
der Jahreszeit entsprechend einfach, d. h. das 
Wasser war weitgehend homotherm und homo- 
halin. Nur im unmittelbaren Einzugsbereich von 
Weser und Elbe findet sich eine Schichtung mit 
salzarmem Wasser an der Oberfläche. Die Salz 
gehaltsverhältnisse des Untersuchungswinters 
unterscheiden sich nicht wesentlich vom 
langjährigen Mittel. Der gesamte Datensatz wird 
im jährlichen BSH-Bericht „Überwachung des 
Meeres“ veröffentlicht. 
Ergebnisse 
Aus den Daten der Reise vom 31. 1. bis 
7. 2.1997 ergeben sich für die Deutsche Bucht im 
80
	        
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